Warten auf Goliath

Eine Geschichte über Geduld, Zuversicht und eine bedingungslose Freundschaft.Der kleine Braunbär sitzt auf einer roten Parkbank und erzählt allen anderen Tieren, dass er auf seinen Freund Goliath warte. Der sei stark und schlau, er könne sogar bis 18 zählen und riecht unheimlich gut. Goliath scheint sich zu verspäten, da schläft der Bär auf der Bank ein. Das Rotkelchen beginnt ihn zu sticheln, es glaubt nicht daran, dass er noch kommt. Doch Bär lässt sich nicht beirren. Ein Bus hält an, aber niemand steigt aus. Dann wird es Herbt und sogar Winter, der Bär fällt in einen tiefen Schlaf. Als er wieder aufwacht, hört er dieses bekannte Geräusch, er freut sich, Goliath ist da! Goliath, die Schnecke, entschuldigt sich für die Verspätung, „Ach, das macht doch nichts!“, sagt der Bär. Gemeinsam ziehen sie los.

Die Geschichte von dem Bären, der auf seinen Freund wartet ist rührend. Denn schon zu Beginn wird klar, wie sehr der Bär seinen Freund Goliath liebt und bewundert. Er teilt seine Vorfreude mit den anderen Tieren. Auch nach langem warten verliert er nicht die Geduld, sondern vertraut darauf, dass sein Freund ihn nicht im Stich lassen wird. Diese loyale Beziehung hat ihren Höhepunkt, als Goliath sich für seine Verspätung entschuldigt und der Bär, der drei Jahreszeiten auf seiner Bank wartete, ihm keine Vorwürfe macht, sondern sich ehrlich über dessen Ankunft und die gemeinsame Zeit freut. Was für eine schöne Freundschaft.
Diese Freundschaft zwischen einem Bären und einer Schnecke wirft Fragen auf: Geht Freundschaft überhaupt, wenn man so unterschiedlich ist? Warum nennt der Bär seinen Freund stark? Diese Fragen regen zum Nachdenken an und lassen uns die ewig langsame Schnecke aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Die Illustrationen bestehen aus Pappfiguren und einer aus verschiedenen Materialien gestalteten Umwelt, die sich mit den Jahreszeiten verändert. Die erschaffenen Szenen wurden abfotografiert. Ein sehr eigener, besonderer Stil, der für die Kinder perfekt ist, da sich die Szene bis kurz vor Schluss nicht ändert. Die Konturen der Tiere sind sehr klar und daher auch für die Kleinen gut zu erkennen.

In der Kindergruppe würde es mir je nach Alter darum gehen, die Attribute eines Freundes/ einer Freundin genau zu betrachten. Goliath, sei stark und schlau, sagte der Bär, wie könnte Goliath den Bären beschreiben? Was macht einen Freund/ eine Freundin aus? Auf wen oder auf was würden wir so lange warten?
Für die Vertiefung der Geschichte in der Kindergruppe bietet sich mit diesem illustratorischen Hintergrund direkt das Schuhkarton-Theater an. Bei diesem wird in einen Schuhkarton eine Szenerie gesetzt, die leicht veränderbar ist. Die Figuren werden an Schaschlikspießen festgeklebt und von oben bewegt.

Warten auf Goliath
Autorin/ Illustratorin: Antje Damm
Moritz Verlag, 2016
36 Seiten
ab 4 Jahren
ISBN: 9783895653322

Leseprobe

 

 

Diesen Artikel ...
  • 5
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.