Das Glück ist ein Punkt

Glückssammler sollte man sein…

Ein Kind ist umgezogen. Im Gartenhäuschen wohnt ein Eisbär. Der Eisbär sammelt viele Dinge und liebt Bücher, die das Kind ihm vorliest. Bald hat er eine Idee: Er wird Glückssammler. Jedes schöne Ereignis malt er als bunten Punkt in ein Heft. Je schöner dieser Moment war, umso größer wird der Punkt im Buch. Auf dem Baum sitzen und Kirschen naschen, zeichnet er als großen roten Punkt in das Heft. Drachen steigen lassen wird als gelber Punkt festgehalten. Bald schon ist das Heft voller bunter Punkte. Eines Tages liest das Kind ihm ein Buch von der Arktis vor. Kurz darauf ist der Eisbär verschwunden.

Das Glück als Punkt festhalten

Wir begleiten ein Kind dabei, sich in seiner neuen Umgebung einzufinden. Der Eisbär scheint als erster (fiktiver) Freund wichtig zu sein. Das Kind findet im Gartenschuppen einen Rückzugsort, um die (alten) Schätze zu sammeln. Mit dem Heft kommt eine neue Sammlung hinzu: Glücksmomente, die sich nicht nur auf den Schuppen, sondern auf das Umfeld beziehen.
Das Kind scheint sich nach außen öffnen zu können und ist bedacht, die schönen Momente als Punkt festzuhalten. Eine denkbar einfache Weise, um die kleinen Momente wertzuschätzen.
Während das Heft gefüllt wird, erweitert sich der Kontakt zum sozialen Umfeld. Das Kind ist angekommen. Es braucht den Eisbär als Übergangshilfe nicht mehr.
Das Buch von Helga Bansch greift die kindliche Perspektive und Fantasie auf und thematisiert einen großen Bruch in jeder Kindheit. Ein Ortswechsel und das damit verbundene Ankommen in einer anderen Lebensumwelt ist für alle Beteiligten ein großer Schritt.
Dieses Buch beleuchtet bewusst nur die Perspektive des Kindes und gibt den Leser*innen, wie nebenbei, eine Strategie mit, um die positiven Momente im Leben wertzuschätzen.

Helga Bansch erzählt die Geschichte aus der Perspektive des „Ich-Erzählers“. In kurzen Sätzen werden die Ereignisse beschrieben und von den phantasievollen Bildern ergänzt, in denen wir auch Charaktere aus anderen (Lieblings-)Büchern entdecken können, wie bspw. „Die Rabenrosa“ oder „Auf dem Weg“. Wenn die Farben der Punkte zum Thema werden, erstrahlt der Hintergrund in dieser Farbe. Zu Beginn sitzen Bär und Kind dicht beieinander, dann rückt der Bär langsam in den Hintergrund und macht den Platz für neue Bekanntschaften frei.

Verstehen die Kinder, dass der Eisbär vielleicht gar nicht echt ist? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.
Das ein oder andere Kind, hat vielleicht einen Tiger im Schrank sitzen, den wir auch nicht sehen können.

Ein zauberhaftes Bilderbuch, dass auf leisen Tönen diese wichtige Zeit begleitet.

Pädagogische Vermittlung

Ein Glücksheft, was für eine schöne Idee!

Ich würde wahrscheinlich mit den Kindern lesen, die nächstes Jahr in die Schule kommen. Zum Einstieg finden die Kinder einen Kuscheltiereisbären und einen großen roten Punkt in der Mitte. Was es damit wohl auf sich hat? Gemeinsam überlegen wir, was der Bär mit dem Punkt zu tun haben könnte.

Danach hören wir gemeinsam die Geschichte. Da mir der Text so gut gefällt, würde ich in diesem Fall vorlesen. Natürlich bekommen die Kinder die Möglichkeit zu erzählen, was sie in den Bildern entdecken.
Wenn wir zu den Momenten kommen, die durch einen Punkt ins Heft gemalt wurden, können die Kinder die Farben raten und sich überlegen, welche Farbe für Sie passen würde. Dieser Transfer ist wichtig, für den Abschluss dieser Bilderbucheinheit.

Zum Abschluss sollen die Kinder überlegen, welches Ereignis der letzten Woche, Monat, Jahres, sie in einem Glücksheft festhalten würden. Dieses Heft ist schon vorbereitet und bereit von den Kindern gestaltet zu werden. Von nun an liegt es im Gruppenraum. Eine schöne Spielsituation kann als Punkt im Heft festgehalten werden.

Das Glück ist ein Punkt
Autorin und Illustratorin: Helga Bansch
Jungbrunnen, 2026
ISBN: 978-3-702-660277
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag

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