Das kleine Weihnachtssternchen
Inhalt
Das leise Klingeln hat den Weihnachtsschmuck geweckt. Alle Baumanhänger freuen sich, dass die bezaubernde Zeit wieder da ist und sie für ihre Familie leuchten dürfen. Der kleine Weihnachtsstern ist neu, die Familie hat ihm im Ausverkauf erstanden. Eine seiner Ecken ist leicht geknickt. Er freut sich mit den anderen auf ihren Auftritt. Dann wird der Karton ins Wohnzimmer gebracht. Eine Hand greift ein Schmuckstück nach dem anderen, um es an den Baum zu hängen. Nur der kleine Stern bleibt übrig. Er ist traurig und fragt sich, ob er wohl nicht hübsch genug für den Weihnachtsbaum ist. Doch dann greift eine kleine Hand nach ihm: Er darf an die Spitze!
Bewertung
Mir gefällt die Geschichte sehr gut. Der kleine Stern wartet darauf aufgehangen zu werden – wie ein ungeduldiges Kind auf das Christkind. Das Warten hat sich gelohnt, er darf ganz oben rauf und macht den Baum erst vollständig. Die Geschichte zeigt in dieser Zeit – in der ein Event das nächste jagt – das die Adventszeit eine Zeit des Wartens ist. Der Weihnachtsschmuck wartet auf seinen großen Auftritt – die Kinder warten auf die Faszination des Heilig Abends. Dieses Bilderbuch lässt gemeinsam innehalten.
Das Idyll in dem die Familie lebt – es sieht entweder nach Einfamilienhaus oder nach Loft aus – ist ein wenig anstrengend. Hier würde ich mir manchmal – gerade in Familiengeschichten – mehr Vielfalt oder Normalität wünschen.
Der Papa spielt Gitarre, die Kinder spielen unter dem Weihnachtsbaum – es gibt nicht mal einen Fernseher im Zimmer – puh!
Gleichzeitig sind die Bilder von Tatjana Maj-Wyss auch herrlich ästhetisch: Sie greift nach warmen, gedeckten Farben und zeichnet allen Weihnachtsschmuck-Männchen, Kugeln und Sternchen ein einfaches, kleines aber ausdrucksstarkes Gesicht.
Das ausdrucksstarke Gesicht ist voller Selbstzweifel, als der Stern im Karton zurückbleibt. Er fragt sich, ob er es vielleicht doch nicht wert ist, an den Baum gehängt zu werden. Die Geschichte möchte auch ausdrücken, dass man nicht perfekt sein muss, um den schönsten Platz zu bekommen.
Ein wenig bitter finde ich, dass wir nicht wissen, was aus der „alten Girlande“ wurde, die schon wieder eingeschlafen ist…
„Das kleine Weihnachtssternchen“ begegnet auf der letzten Seite auch noch dem Weihnachtsmann – Info für alle, die dem Christkind die Treue schwören ;).
Pädagogische Vermittlung
Nach dem gemeinsamen Lesen / Erzählen / Betrachten des Bilderbuchs, spreche ich mit den Kindern über Weihnachten:
Wer hat denn einen Weihnachtsbaum Zuhause?
Wie sieht der Baum aus?
Wer schmückt Ihn?
Gibt es sonst noch Weihnachtsschmuck?
Wenn jedes Kind erzählt hat, werde ich das Gespräch auf das Warten lenken. Der Weihnachtsstern ist ja nicht so sehr geduldig.
Wie geht es Euch?
Wartet ihr auch schon auf Weihnachten?
…
Im Anschluss an das Gespräch werde ich mit den Kindern aus Karton und Transparentpapier sehr einfache Sterne basteln. Die Kinder dürfen Kulleraugen, eine rote Nase und einen kleinen Mund darauf malen. Sie können Ihn Zuhause aufhängen, um daran erinnert zu werden, dass sich das Warten meist doch noch lohnt.
Autorin: Marie Tibi
Illustratorin: Tatjana Mai-Wyss
Übersetzerin: Anna Taube
Bohem, 2025
ISBN: 978-3-95939-242-6
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag
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