Das Loch
Inhalt
In das Loch erzählt uns ein Kind aus der Ich-Perspektive, wie es ihm mit dem Verlust seines Bruders Matti geht. Es sieht überall, wo Matti immer saß ein großes Loch, das anzeigt, dass er fehlt. Das Kind möchte nichts mehr essen ´. Als es schaukelt und Mattis besten Freund sieht, möchte es auch nicht mehr schaukeln, nichts macht mehr Spaß.
Doch dann schaut es sich das Loch genauer an und steigt hinab. Es ruft nach Matti und sagt, dass es ihn vermisst. Dann reicht ihr ihre Freundin Nora die Hand und hilft ihr aus dem Loch. Sie möchte wissen, wie es mit Matti war. Das Kind kann erzählen und bemerkt, dass es das Loch mit Erinnerungen füllen kann. Langsam verliert es die Wut auf das Loch. Sie wird zu einem Vermissen von Matti.
Bewertung
Das Bilderbuch berührt mich sehr, daher konnte und wollte ich es meinen Kindern tatsächlich noch nicht vorlesen. Der Trauerprozess des Kindes wird sehr gut beschrieben mit allem, was dazugehört: Gewohnheiten, die ohne Matti nicht mehr stattfinden können. Die Menschen drumherum, die die Trauer nicht so sehr wahrnehmen können – das Loch nicht sehen. Die Menschen, die sagen, dass Loch kennen sie schon.
Die Situation ist sehr gut getroffen. Wunderbar ist, wie die Freundin dem Kind aus diesem Loch heraushilft, indem es ein Gesprächsangebot macht und dem Kind zuhört. Der Trauerprozess ist natürlich sehr verkürzt dargestellt. Ein Bilderbuch reicht niemals aus. So wie es dargestellt ist, ist es kindgerecht und verständlich.
Isabel Abedi hat den englischen Text sehr gelungen übersetzt; Brizida Magro hat die Bilder dazu geliefert: Die dargestellten Szenen erscheinen oftmals beinahe comichaft, nehmen aber ganze Seiten ein. Die Interaktion zwischen den Protagonist*innen ist sehr gut getroffen, Mimik und Gestik ausdrucksstark. Am Besten gefällt mir ihr Spiel mit den Kontrasten: Die roten Haare des Kindes, die gelben Lichtschimmer und der grau / blaue Hintergrund. Es ergibt ein stimmiges Bild, was die Atmosphäre des Textes unterstreicht.
Ein Bilderbuch, dass ich von Herzen empfehle, denn auch Kinder haben das Recht sich schon präventiv mit Trauerprozessen auseinanderzusetzen.
Mehr Bilderbücher zum Thema Trauer sind „Als der Tod zu uns kam“, „Ente, Tod und Tulpe“, „Papa ist überall“ oder „Ich werde immer bei Dir sein“.
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