Hurra, Magnetitis!

Inhalt

Immer wenn Oma Polly und Amelinskaja nicht zusammen sind, macht sich in ihrem Bauch oder in ihrem Kopf ein ganz komisches, ungutes Gefühl breit. Sie leiden sehr an dem schwummrigen Dings, so dass sie beschließen sich Hilfe bei Professor Dr. Blechschaden zu holen. Der ulkige Wissenschaftler unterzieht sie einer Reihe urkomischer Untersuchungen und erzielt beispiellose Ergebnisse: Oma Polly und Amelinskaja leiden unter Magnetitis. Ihr Blut zieht sich an, sie haben sich im Blut, leider kann man nicht wirklich etwas dagegen unternehmen. Tja, „was soll man dazu sagen?“ – Oma Polly und Amelinskaja essen erst mal drei Becher Spaghetti-Eis.

Bewertung

Die lustige Geschichte um das liebevolle Oma- Enkel Duo macht großen Spaß. Das liegt auch an Inka Probst übertriebener Sprache, die teilweise auch noch in Großbuchstaben gedruckt wird. Jeder der gerne etwas schrullig vorliest, kann sich während des Lesens dieses Bilderbuches übertrieben ausdrücken. Das macht Freude.
Die Geschichte ist ein bisschen verrückt und wird noch ein wenig verrückter, wenn wir die farbenfrohen Illustrationen von Barbara Jung ins Visier nehmen: Verknotete Arme und Beine, Wellenarme, lustige Dinge auf dem Professorentisch – Barbara Jung transportiert die skurrile Botschaft in ihren Bildern perfekt weiter.
Wer hätte nicht gerne eine Oma mit riesenroter Brille?
Das Duo ist gekonnt und ausdrucksstark in Szene gesetzt, so dass wir die (beinah) magnetische Verbindung gut wahrnehmen können.

Pädagogische Vermittlung

Ich könnte mir vorstellen „Hurra Magnetitis“ als Einstieg für eine Bewegungseinheit zu benutzen. Nachdem wir das Bilderbuch gelesen haben, stellen wir uns vor, dass unsere Körper auch magnetisch sind, und sich immer unterschiedliche Körperteile anziehen. In einem Musikstopp-Spiel könnte in der musikalischen Pause: „Kleiner Finger“ gerufen werden. Die Kinder würden sich dann einen Partner suchen und ihre kleinen Finger aneinanderkleben. Dies könnte man mit „Knie“ oder „Ellenbogen“ wiederholen. Danach würden wir uns die Bilder noch mal genau anschauen, in denen unterschiedliche Körperteile sehr langgezogen wirken. Jeder versucht sich ganz lang zu machen oder ein Bein ums andere zu „wickeln“. Ziel dieser Übungen wäre es einzelne Körperteile bewusst wahrzunehmen. Abwechseln Anspannung und Entspannung zu erzeugen. In der Ruhephase könnte uns eine Fantasiereise helfen, die Entspannung auf den Matten wahrzunehmen.

Alternativ könnte das Bilderbuch auch thematisch aufgearbeitet werden. Welche Menschen lösen bei uns eine Magnetitis aus? Gibt es Kinder in der Gruppe, deren Abwesenheit eine Sehnsucht in den Kindern auslöst? Wie geht es den Kindern, wenn sie einen Tag lang von Mama, Papa oder Geschwistern getrennt sind? Was könnte man gegen das Gefühl tun?
Im Anschluss an so ein Gespräch könnten Sie ein Bild malen, auf dem Sie mit ihrer liebsten Person abgebildet sind. Auf einem Plakat halten wir alle Bilder fest und klären die Bezugspersonen (schriftlich) auf, um was es in dem thematisierten Bilderbuch geht.
Ziel dieses Angebotes wäre es das Gefühl von Sehnsucht und Vermissen bewusst zu machen, den „Gefühlewortschatz“ der Kinder zu erweitern und mit ihnen zu überlegen, welche Personen für die Kinder wichtig sind.

Falls ihr nach Bilderbüchern mit einem guten Oma/ Enkel Verhältnis sucht, findet ihr auf dem Blog: „Die zauberhafte Wortverlosung“ oder „Nachtlampenfieber„.

Hurra, Magnetitis!
Autorin: Inka Papst
Illustratorin: Barbara Jung
Tulipan, 2025
ISBN: 978-3-86429-680-2
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag

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