Wer rief denn bloß die Feuerwehr
Achtung! Achtung! Feuerwehreinsatz!
Die Sirenen heulen, die Gaffer kommen zusammen und die Feuerwehrleute beeilen sich den Rauch in Griff zu bekommen. Doch aus dem Haus kommen zwei Tropfnasse Kinder und stoppen den Einsatz. Gleich hinter ihnen kommt der Chemieprofessor Professor Kunkelt, der dem Feuerwehrhauptmann erklärt, dass eigentlich alle wissen, dass es in seinem Hause sehr oft raucht.
Der Hauptmann beschreibt, dass man sie alarmiert habe und dann aufgesessen sei.
So stehen Sie da, das Haus tropfnass und tropfnass auch die Kinder, als ein kleiner Junge dazukommt und erklärt, dass er den Feuerwehreinsatz ausgelöst habe, er dachte wohl es brennt.
Professor Kunkelt tröstet ihn und bestärkt ihn das Richtige getan zu haben. Wie gut, dass der Junge bereits mit seinem Vater in Kontakt war, der das Haus leicht reparieren kann. „Das ist ein gutes Ende!“.
Bewertung
Es ist James Krüss Jahr und überall kann man seine Werke finden. Das Buch über die Feuerwehr ist momentan das Lieblingsbuch des Jüngsten (2,5) , der die Reime mittlerweile mitsprechen kann. Wie immer bei James Krüss ist die Frage, was sollen die Kinder sagen und zeigen, und wann soll man diese sprachlich, wunderschönen Reime wirklich lesen… Ich lese sie immer. Denn das schönste für mich ist, wenn die Kinder das Buch mitsprechen und diese schöne Reimform erleben können. Zwischendurch bleibt trotzdem noch Zeit, dass F. auf Selma und Klaus, oder Professor Kunkelt zeigt. Der Bub, der betreten eingesteht, die Feuerwehr verständigt zu haben, wird immer mit „Angst!“ kommentiert. Dafür bleibt natürlich noch Raum und auch dafür zu sagen, dass er alles richtig gemacht hat. Die Reaktion Professor Kunkelts ist auch, dass der Kleine keine Angst zu haben braucht. Wie schön ist es, dass der Vater bei der Renovation behilflich sein wird – auch wenn er das bestimmt rein rechtlich nicht müsste.
James Krüss hat als Versmaß in diesem Buch den Trochäus gewählt, an den man sich ein wenig gewöhnen muss. Inspiration liefern Bodo Wolff und Dr. Volker Pannen in diesem Video.
Die Illustration von Erika Meier-Albert sind aus den 1970er Jahren, dementsprechend nostalgisch wirken sie auch. Natürlich gab es in den 70ern nur Feuerwehrmänner, Frauen in Röcken und ein sehr homogenes Stadtbild. Die Bilder wirken sehr zweidimensional und gleichzeitig sehr spannend für die Kinder, da sie so anders sind, als die modernen Zeichnungen und Illustrationen, die wir sonst so kennen. Die Gesichter sind ausdrucksstark und die Konturen klar, so dass die Kleinen die Geschichte gut erfassen können.
Pädagogische Vermittlung
Ich könnte mir vorstellen zu diesem Bilderbuch eine Morgenkreiswoche in der Krippe zu machen. Vorausgesetzt die Altersstruktur geht eher Richtung Zwei – Dreijährige. Dann platziere ich alle Feuerwehrautos, die ich finden kann, in der Mitte. Zunächst machen wir eine kleine Anschauung. Wir spielen also parallel mit den Autos und besprechen, was alles dran ist (Leiter?), wo die Leute Platz haben, und wann sie gerufen werden. Wir üben gemeinsam das Tatütata. Während die Kinder mit den Autos beschäftigt sind, würde ich zum ersten Mal das Buch lesen und abwarten, wer der Geschichte folgt.
Am nächsten Tag könnten wir erneut diese Mitte aufbauen und besprechen. Danach parken wir die Autos unter einem Stuhl und lesen alle gemeinsam das Buch.
Eine weitere Aktion könnte sein, aus zwei großen Kartons Feuerwehrautos zu bauen und in den Garten zu nehmen, wo wir mit dem Gartenschlauch spritzen könnten.
Für die letzten zwei Tage würde ich Instrumente dazunehmen. Die Kinder dürfen die Sirene singen, das Rauschen des Wasser nachmachen, Rauch und Experiment mit Trommeln begleiten und den Buben mit der Triangel einläuten.
Die Idee wäre die spannende Geschichte und schöne Sprache mit musikalischem Ausdruck zu verbinden. Wichtig ist bei den Krippenkindern natürlich immer „Hands on“. Wir brauchen genügend Materialien für alle und wenn wir es nicht schaffen, mit der Stimme so viel Spannung zu erzeugen, dass alle auch mal still sein können, dann ist es so. Im Mittelpunkt steht die Freude am Tun.
Mehr Bücher von James Krüss liegen bereits auf dem Rezensionsstapel. Hier findet ihr schon mal ein paar Weitere.
Autor: James Krüss
Illustrator: Erika Meier-Albert
Baumhaus, 1970/2009
ISBN: 978-3-414-82244-4
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag
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