Wir Kinder im Zug

Ein Zug voller Kinder

Jamil erzählt uns von ihrer Fahrt im Zug. Der Zug scheint noch kein Ziel zu haben. Er ist eine Lösung für die Kinder, deren Eltern damit beschäftigt sind, ein Zuhause aufzubauen. Es gibt große und kleine Kinder im Zug. Es gibt einen Zugkindergarten und eine Zugschule. Die Köchin Roberta kocht gerne Lieblingsspeisen und kennt die verrücktesten Rezepte. Die zwei Schaffner sind für die Kinder zuständig, doch Fahrtkarten werden keine kontrolliert, sie spielen mit den Kindern.
Sonntags fährt der Zug in langsamen Tempo über eine Brücke und gibt Kindern sechs Minuten Zeit, um sich zu sehen und sich zu winken. Alle sind ganz aufgeregt. Die Eltern tragen bestimmte Kleidung, damit sie schnell erkannt werden können. Doch heute fehlt Sergeys Vater. Er weint und kann nicht glauben, dass sein Papa gerade an seinem Geburtstag nicht gekommen ist, doch plötzlich hält der Zug…

Von Hoffnung und Gemeinschaft

Es ist eine Art Fantasiegeschichte, die sich Andrea Hensgen ausgedacht hat. An manchen Stellen lässt sie sich (von Erwachsenen) leicht hinterfragen. Jedoch funktioniert sie mit Kindern sehr gut. Sie können sich die Sehnsucht vorstellen, die Eltern und Kinder antreibt. Das Wochenhighlight am Sonntag: Sechs Minuten einander sehen. Sie können sich die Gemeinschaft der Kinder und den Reiz vorstellen, eine Reise in einem Kinderzug zu unternehmen, nur unter sich.
Als Sergeys Vater nicht da ist – eine kleine Katastrophe – folgt schnell die unerwartete Auflösung. Diese Geschichte ist für die Kinder sehr spannend.

Hannah Brückner spielt in ihren Bildern mit den Farben blau und zitronengelb / orange. Sie versteckt einige Details und eröffnet uns spannende Perspektiven. Wir Leser*innen schauen oftmals von außen in die Zugfenster. Wir sehen den mangelnden Platz, ein bisschen Chaos: Die Kinder spielen Karten. Die Köchin schält Kartoffeln. Am Sonntag stehen wir unter den Eltern und blicken nach oben zum Zug.

Gemeinsam lesen

Einleitung:
In der Mitte sind schienen und ein Zug aufgebaut. Zunächst sprechen wir über unsere Erfahrungen mit dem Zug fahren.
Wer ist schon mal Zug gefahren?
Wie war das?
Wer war dabei?
Was habt ihr gemacht? etc.

Hauptteil:
Wir betrachten und lesen gemeinsam das Buch. Ich würde die Kinder zu den einzelnen Seiten erzählen lassen. Denn es gibt so einiges zu entdecken. Danach lesen wir gemeinsam den Text. Wenn es um die Eltern, die Vorfreude und den traurigen Sergey geht, sollten unbedingt die Gefühle benannt werden. Die Kinder lernen, wie bestimmte Gefühle benannt werden und können vielleicht ihre Gefühle in Zukunft besser einordnen.

Schluß:
Zum Abschluß bekommen die Kinder eine Vorlage, in der nur ein Zugfenster abgebildet ist. Die Kinder dürfen sich nun überlegen, ob sie eine Landschaft oder Personen im Zug abbilden möchten. Auf diese Weise können Sie die Geschichte verarbeiten und nochmals mit den unterschiedlichen Perspektiven befassen.

Weitere Bilderbücher zum Thema „Zug“ sind „Drei dicke Freunde“ oder „Nächste Haltestelle“. Ein anderes Reiseabenteuer wäre „Der lange Weg nach Hause“ oder „Baby an Bord“.

Wir Kinder im Zug
Autorin: Andrea Hensgen
Illustratorin: Hannah Brückner
Peter Hammer Verlag, 2025
ISBN: 978-3-7795-0783-3
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag

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