Willi Virus – Aus dem Leben eines Schnupfenvirus

Wie verbreitet sich ein Virus? Was genau stellt es mit dem Körper an? Willi der Virus erklärt uns seine Welt. Willi ist ein Rhinovirus, also ein Schnupfenvirus, und stellt sich in diesem Buch aus der Ich-Perspektive vor. Er erklärt uns, wie winzig klein er ist und dass man ihn deshalb nur durch ein Mikroskop sehen kann. Er zeigt uns seine unterschiedlichen Verwandten, die in verschiedensten Formen auftreten. Nur Impfungen helfen, damit diese Viren niemanden angreifen können. Viren gehören nicht zu den „richtigen“ Lebewesen, da sie zum Überleben einen Wirt brauchen und dies sind meist wir Menschen oder Tiere. Ein Wirt vermehrt und verbreitet den Virus auf unterschiedliche Arten, z. B. wenn man sich in die Hand niest und diese wenig später zum Gruß ausstreckt. In der Nase des Wirts angekommen, sucht sich Willi Virus eine passende Zelle, um seine Erbinformation einzuschleusen. Daraufhin reagiert die Zelle, indem sie lauter kleine Willi Virus` produziert. Das würde noch lange so weitergehen, wenn nicht der Körper des Wirts reagieren würde. Er schickt Abwehrzellen, um die Viren aufzuspüren und zu fressen. Durch Schnäuzen und Inhalieren kann man den Viren auch auf die Pelle rücken. Rhinoviren gibt es auf der ganzen Welt, sie sind nicht wählerisch, bei wem sie sich einnisten, aber am liebsten und zahlreichsten kommen sie im Herbst und Winter vor, da unser Körper während der kühlen Jahreszeit am anfälligsten ist.

Willi Virus eignet sich wunderbar, Kindern Virus-Erkrankungen und deren Verbreitung zu erklären. Willi stellt sich und seine Interessen ganz und gar aus seiner Perspektive vor, So findet er es schade, dass die Kinder so selten von seinen Verwandten besucht werden, da sie nicht bei geimpften Kindern landen können. Diese etwas andere Perspektive wirkt auf den älteren Betrachter lustig bis sarkastisch, ich bin mir nicht sicher, ob Kinder mit vier Jahren das schon verstehen können bzw. für sich ins Gegenteil umsetzen können. Im nachfolgenden Gespräch kann man dies gemeinsam besprechen.
Die Informationen, die Willi bereithält, sind von Bedeutung: Er erklärt, wie man verhindern kann, dass sich der Virus im Körper wohlfühlt, oder was man tun kann, damit man ihn überträgt. Mir fehlt eine kurze Information über das Hände waschen mit Seife, das gerade in der Kindergruppe eine effiziente Maßnahme ist, um die Übertragung von Viren zu verhindern. Nichtsdestotrotz ist der Perspektivenwechsel, sowie die zahlreichen Informationen rund um die Rhinovireninfektion sehr spannend und kann Kindern von 4-7 Jahren begeistern.
Bemerkenswert ist außerdem, dass die Illustrationen von Leonora Leitl den naturwissenschaftlichen Abbildungen unterschiedlicher Viren entsprechen.

In der Kindergruppe würde ich dieses Buch vor allem zur Erkältungszeit hervorholen, um zu besprechen, wie wichtig Hygiene ist, wie man eine Erkältung vorbeugen und was man im Fall einer Erkrankung tun kann. Weiter denke ich, dass es in jedes Projekt passt, dass sich um das Thema Körper dreht, da dieser die Angriffe der Viren abwehren muss.
Da jedes Kind weiß, wie sich ein Schnupfen anfühlt, können sie das Gehörte gut mit eigenen Erfahrungen verbinden. Ich würde im Anschluss an das Buch ein Sachgespräch führen und durch ein Bilderquiz, verschiedenen Fragen wiederholen, die durch das Buch oder die eigenen Erfahrungen beantwortet werden können.

Das Buch hat folgende Auszeichnungen erhalten:
2016: Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis
2016: Shortlist Junior – Bestes Wissenschaftsbuch des Jahres
2015: Die 100 Besten – Neue Kinder- und Jugendbücher

 

Willi Virus – Aus dem Leben eines Schnupfenvirus
Autorin: Heidi Trpak
Illustratorin: Leonora Leitl
Tyrolia Verlag, 2015
26 Seiten
ISBN: 978-3-7022-3486-7

Leseprobe (PDF)

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