Fell und Feder

Im neuen Buch von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer steht das Thema Freundschaft im Mittelpunkt. Die Geschichte ist eingebettet in eine Theateraufführung, welche die beiden Freunde, der Hund und das Huhn, gemeinsam aufführen: Das Huhn, das gerade aus seinem Stall ausgebrochen ist und nach Abenteuern sucht, hört Geräusche. Es versteckt sich hinter einem Busch, um dann als sprechender Wunschbusch, nach den Wünschen des Hundes zu fragen. Der Hund wünscht sich einen großen, starken Freund, der Maluran oder Taluros heißen könnte, da springt schnell das Huhn hervor. Allerdings stellt sich heraus, dass es den Ansprüchen des Hundes an einen Freund nicht ganz entspricht. So beschließt das Huhn den Hund in der Suche nach einem Freund zu unterstützen. Schnell hat es eine passende Idee: Es wirft ein Netz aus, um den mutigen Freund zu fangen. Leider verfängt sich der Hund darin. Sie lachen über die lustige Verwechslung und erleben ihr erstes Abenteuer, indem sie sich aufeinanderstellen, um als Drache, alles zu vertreiben was ihnen Angst bereitet. Am nächsten Morgen versuchen sie den mutigen Freund zu rufen, aber er scheint sie nicht zu hören. Da verschwindet der Hund und diesmal wird das Huhn von einem sprechenden Busch nach seinen Wünschen gefragt: Es schwankt zwischen dem Wunsch seinen neuen Freund, den Hund, wiederzuhaben und den Abenteuern samt Piratenschatz. Es entscheidet sich für Letzteres. Da tritt der Hund hervor und übergibt ihm einen dicken Regenwurm. Er erzählt dem Huhn eine Geschichte von einem starken Maluron, der ihm den gefundenen Piratenschatz aus den Händen gerissen habe … so dass am Ende nur ein Regenwurm blieb. Das Huhn beschließt, dass es nicht auf den Piratenschatz, sondern auf die abenteuerliche Suche ankommt und der Hund ist sich sicher, dass er keinen anderen Freund braucht als seinen Gefiederten. Denn nichts sei schöner, als einen Freund zu haben, der anders ist als man selbst.

Die Geschichte um den Hund und das Huhn besticht schon, wie in den anderen Büchern von Lorenz Pauli, über eine Menge Witz, beispielsweise als das Huhn den Hund versehentlich im Netz fängt. Das Huhn nimmt in „Fell und Feder“ als vordergründig schwächeres Tier die Hauptfigur ein, die mit seiner Fröhlichkeit und Kreativität glänzt. Es bemerkt als Erstes, dass die Freundschaft zum Hund einen eigenen Wert erreicht hat, den es dann gegen Abenteuer und Piratenschatz aufzuwiegen gilt. Die Entscheidung fällt schwer. Das Buch porträtiert auf eine leichte und lustige Art und Weise, wie heimlich eine Freundschaft entsteht, mit der niemand gerechnet hätte. Diese Freundschaft besteht zwischen zwei grundverschiedenen Tieren: eines mit Fell und eines mit Federn. Zu Beginn hat der Hund sehr genaue Vorstellungen davon, wie sein neuer Freund sein soll, nämlich stark, groß und gescheit. An dieser Vorstellung hält er fest, er begreift erst zum Ende hin, dass das Huhn ein wunderbarer Freund ist.

„Fell und Feder“ ist als Libretto zur gleichnamigen Kinderoper (Uraufführung 2018) geschrieben worden. Daher kommt die Einbettung in die Theatersituation, die für die Kinder ein wenig verwirrend zu sein scheint: Huhn und Hund unterhalten sich vor der Theateraufführung und lernen sich dann in ihrer Geschichte „nochmal“ kennen.
Der rote Vorhang, der immer wieder auftaucht, macht das Buch zum absoluten Hingucker. Nicht zu unterschätzen ist auch die Hinführung zum Theater, für die man dieses Buch gut verwenden kann.
Ich könnte mir auch vorstellen, mit den Kindern aus einem Schuhkarton ein Stabtheater herzustellen und die Figuren Hund, Huhn und sprechender Busch zu basteln. So werden die Kinder angeregt, die Geschichte zu wiederholen oder gar weiterzuentwickeln. Diese einfachen Elemente können die Sprechfreude sehr gut unterstützen.

Fell und Feder
Autor: Lorenz Pauli
Illustratorin: Kathrin Schärer
Atlantis Verlag, 2017
36 Seiten
ISBN: 978-3-7152-0737-7
Blick ins Buch

 

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