Grünkäppchen und der böse Elefant

Inhalt

Ein Kind bittet seinen Großvater ihm ein Märchen zu erzählen. Kein Problem! Doch aus Rot- wird ein Grünkäppchen, aus dem bösen Wolf ein Elefant und sowieso erzählt Opa alles ganz anders. Anders, aber ebenso unterhaltsam und gerade deshalb noch lustiger!

Bewertung

Bild: Kunstanstifter, 2021, „Der böse Elefant“

Raab erzählt das Märchen wie einen Comic, nur ohne Sprechblasen. Die Betrachter*innen haben so das Gefühl in der Erzählsituation zwischen Enkel und Großvater dabei zu sein und fühlen sich so mitten in der Geschichte. Diese ist nicht nur für Kinder lustig, sondern auch für Erwachsene, denn immer wieder kommt es zu unerwarteten Wendungen, die sich auf amüsante Art und Weise von Rotkäppchen unterscheiden. Doch auch Kinder, die mit dem Original nicht vertraut sind, kommen auf ihre Kosten. Jedenfalls ist zu spüren, dass das Enkelkind in der Geschichte jede Menge Spaß hat, auch wenn es immer wieder anmerkt, dass der Opa etwas falsch erzählt oder wenn etwas richtig ist („Jetzt hast du’s!“). Es nimmt nicht alles ernst, was sein Opa ihm erzählt, sondern lässt sich auf diese neue Märchenfassung ein und nimmt die Buchbetrachter*innen dabei mit. Grünkäppchen selbst ist ein taffes Mädchen, welches zwar ein Kleid trägt, sich sonst aber nicht dem Klischee eines Mädchens entspricht. Der böse Elefant wirkt erstmal bedrohlich durch seine Wolfzähne und er frisst auch die Großmutter. Allerdings lässt der Opa so viele witzige Dinge geschehen, dass der Elefant eher komisch und harmlos erscheint.

Die Illustrationen sind sehr einfach, übersichtlich, über eine Doppelseite und mit kräftigen Farben gestaltet. Sie könnten auch von einem Kind gezeichnet bzw. gekritzelt sein. Passend dazu ist am Ende der Geschichte zu sehen, wie das Enkelkind nebenbei gezeichnet hat. Dieses letzte Bild im Buch, ebenso wie das allererste, zeigt das Kind und seinen Opa. Die Bilder mit den beiden unterscheiden sich vom Stil her von den restlichen Illustrationen und schaffen somit einen Rahmen für die Geschichte von Grünkäppchen. Opa und Kind erscheinen nur als Stimmen aus dem Off. Durch den Einsatz von farblichem Text ist auch ohne Sprechblasen oder weitere Hinweise zu erkennen, wer gerade spricht.

Ob der Opa im Alter vergesslich geworden ist oder absichtlich das Märchen abändert, bleibt offen. Klar ist allerdings, dass Raab durch dieses etwas andere Märchen verdeutlicht, dass der Spaß am Erzählen und die gemeinsam verbrachte Zeit hier im Vordergrund stehen.

Pädagogische Vermittlung

Papierpuppen können mit den Kindern gestaltet werden

Bevor ich mit der Betrachtung anfange, frage ich die Kinder, ob sie das Märchen von Rotkäppchen kennen und bitte sie, mir davon zu berichten. Dann beginne ich mit der Bilderbuchbetrachtung:

„Wir lesen heute nicht die Geschichte von Rotkäppchen, sondern die von Grünkäppchen. Ob das Gleiche passiert wie bei Rotkäppchen? Pass auf, was darin geschieht…“

Ich gehe immer wieder auf die Aussagen der Kinder ein und wir ziehen Vergleiche zum Original. Am Ende der Betrachtung ist es mir wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass der Spaß an der Erzählung im Vordergrund steht, ebenso wie die eigenen Ideen und nicht nur das genaue Nacherzählen einer bereits bekannten Geschichte.

Möglichkeiten zur weiteren Vertiefung:

  • Vertiefung durch Malen – Auf der letzten Seite ist zu sehen, dass das Kind Bilder zu der Geschichte gemalt hat. Wir malen ebenfalls Bilder.
  • Unser eigenes „vergessliches“ Märchen – Wir überlegen uns, welche Märchen wir kennen und erzählen diese anders, so wie der Opa in der Geschichte. Zum Beispiel „Der Wolf und die sieben Entlein“, „Hans im Unglück“… Dabei werden alle Ideen der Kinder aufgegriffen. Ich schreibe die neue Geschichte auf. Zu der Geschichte gestalten wir Bilder/ ein Märchenbuch/ Kamishibai-Bildkarten.
  • Spiel mit Papierfiguren – Diese können von mir oder den Kindern gestaltet werden.
  • Geschichtssäckchen gestalten – eine kleine Figur mit einer grünen Kopfbedeckung (z. B. Lego, Playmobil, die Kopfbedeckung kann auch grün angemalt werden), eine Elefantenfigur, kleine Bauklötze (diese können für die Stadt, den Spielplatz und das Haus der Großmutter stehen), Blumenwiese (hierfür können Blumen ausgedruckt und hingelegt werden), ein Stück Stoff als Verkleidung für den Elefanten. Alle Teile kommen in ein Säckchen. Ich spiele den Kindern die Geschichte von Grünkäppchen vor. Im Anschluss sind sie selbst an der Reihe.
Mit diesen Gegenständen kann ein Geschichtssäckchen befüllt werden

Ein weiteres Märchen, dass nicht den gewohnten Erzählungen entspricht ist Dulcinea im Zauberwald und Vier Ochsen ist ein Beispiel für ein Märchen aus einer anderen Kultur.

Grünkäppchen und der böse Elefant
Autorin und Illustratorin : Ann Cathrin Raab
Kunstanstifter, 2021
ISBN: 978-3-948743-10-9
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag

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