Die Schnecke und der Buckelwal

Ein Abenteuer in Reimen über die Freundschaft.Die Schnecke sitzt mit ihren Freunden auf dem Stein am Hafen und langweilt sich. Da überkommt sie die Reiselust und  sie schreibt kurzerhand eine Nachricht an den Felsen am Hafen: „Wer nimmt mich mit um diese Welt?“. Schnell ist der Buckelwal gefunden, der sie einlädt aufzuspringen. Gemeinsam erkunden sie die Weiten des Ozeans, sehen Strände, Korallenriffe oder das Eismeer. Die Schnecke ist begeistert, fühlt sich auf dieser riesigen faszinierenden Welt aber doch sehr klein. Da passiert ein Unglück: Der Wal wird von Motorgeräuschen der Jetskis irritiert und verliert daraufhin die Orientierung. Die Ebbe kommt und der Wal strandet. Nun ist die kleine mutige Schnecke gefragt, sie macht sich auf den Weg in eine Schule am Meer und schreibt dort eine neue Nachricht an die Tafel: „Rettet den Wal“. Die Kinder holen die Feuerwehr, die den Wal feucht hält bis die Flut einsetzt und Schnecke und Wal gemeinsam davonschwimmen können. Bald kommen sie wieder am Heimathafen an und erzählen den anderen Schnecken von ihren Abenteuern. Daraufhin beschließen diese aufzuspringen, und ebenfalls die Welt der Meere zu erkunden.

Das Bilderbuch „Die Schnecke und der Buckelwal“ zeichnet sich durch seine Mischung aus Fiktion und Realität aus. Die Kinder wissen, dass Schnecken nicht schreiben können und die Reise so nicht stattfindet, doch die Lebenswelten, die die Schnecke und Wal entdecken, entsprechen den natürlichen Gegebenheiten. So werden Pinguine und Seelöwen auf Eisschollen gezeigt, auf den Eisbären (der dort nicht vorkommt) wurde verzichtet, genauso teilen sich der Braunbär und der Weißkopfseeadler eine Lebenswelt. Diesen authentischen Bezug zu den Lebensräumen in der Natur halte ich für sehr wichtig, da sich solche Bilder in den Köpfen der Kinder einprägen und daher keine falschen Tatsachen dargestellt werden dürfen.
Julia Donaldsons Geschichte hat ihren Höhepunkt beim Stranden des Wals, der durch die Motorengeräusche, seinen Orientierungssinn verliert, was zu den realen Gefahren der Buckelwale gehört. Nebenbei verfasst er seine wunderbare Geschichte noch in Reime, welche von Mirjam Pressler eindrücklich übersetzt wurden. So kann man die Kinder das letzte Wort (den Reim) des zweiten Satzes ergänzen lassen.
Die Illustrationen von Axel Scheffler zeichnen sich durch kräftige Farben und gut sichtbare Konturen aus, die auf die Kinder sehr ansprechend wirken. Die beiden Autoren, die vor allem für den „Grüffelo“ bekannt sind, haben noch einige hervorragende Bücher erschaffen, wobei meine beiden Lieblingsbücher aufgrund der realistischen Darstellungen tierischer Lebenswelten „Die Schnecke und der Buckelwal“ und „Wo ist Mami?“ sind.

Im pädagogischen Angebot eignet sich „Die Schnecke und der Buckelwal“ besonders gut für eine klassische Bilderbuchbetrachtung, da die Kinder viele Tiere benennen können und die Kausalzusammenhänge offensichtlich sind. So können die Kinder die Geschichte allein durch die Bilder erschließen und sich gegenseitig erzählen.
Da uns bei dieser Form die wunderbare Reimsprache entgeht, ist meine zweite Variante, wie erwähnt, die Geschichte vorzulesen und die Reime für die Kinder offen zu lassen, die sie dann (begeistert) ergänzen.

Die Schnecke und der Buckelwal
Autorin: Julia Donaldson
Illustrator: Axel Scheffler
Übersetzung: Mirjam Pressler
Beltz und Gelberg, 2003
32 Seiten
ISBN: 978-3-407-79310-2

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