Die verflixten sieben Geißlein

Eine andere Geschichte der sieben Geißlein.Der Wolf bemüht sich sehr um seine Verkleidung, möchte er doch als Mutter Geiß, ins Haus der sieben Geißlein eingelassen werden, um eins nach dem anderen zu verschlingen. Als er eingelassen wird, folgt die Überraschung: Er rutscht auf dem Ball aus und fällt auf die Nase. Nachdem er sich wieder aufgerappelt und im Raum umgesehen hat, traut er seinen Augen nicht. Wer haust denn hier in so einer Unordnung? Die sieben Geißlein kann er in diesem Tumult erstmal nicht finden, so beginnt er seine Mission und sorgt (immer noch als Geiß verkleidet) für Ordnung. Als er im Erdgeschoss aufgeräumt hat, hört er Geräusche von oben. Endlich ist es soweit, denkt er, nun kann er sich die Geißlein schnappen. Jedoch auch im Chaos des Kinderzimmers zieht er eine Schnute, während er sich auch diesen Räumlichkeiten annimmt. Letztlich gibt es keine Verstecke mehr, der Wolf baut sich vor den sieben Geißlein auf, schimpft über deren Schmutz und Unordnung und wird dann jäh von Mutter-Geiß unterbrochen, die mit den Nachbarn im Schlepptau nach Hause kommt. Herrn und Frau Schwein verleiht sie ihre unfreiwillige Haushaltshilfe gerne weiter …

Sebastian Meschenmoser ist mit seiner Neuinterpretation des Märchens „Die sieben Geißlein“ ein lustiges und ironisches Meisterwerk gelungen. Mit seiner bekannten Aquarelltechnik setzt er das heilose Durcheinander im Haus der Geiß bis ins letzte Detail in Szene. Auf den bunten Doppelseiten finden die sieben Geißlein die lustigsten Verstecke. Wie schon im vorigen Buch „Rotkäppchen hat keine Lust“, verdreht er die Rollen der Charaktere auf skurilste Art und Weise. Hauptfigur in dieser Geschichte ist der Wolf, der sich im violetten Kleid, Lippenstift und Klorollenhörnern durch das unordentliche Haus schimpft und putzt, währenddessen macht sich seine meisterhafte Verkleidung selbstständig. Seine Mimik und Gestik zeigt deutlichen Ekel bei all dem Schmutz, den er entfernen muss und so belustigt er schon die kleinsten Leser.
Die Geißlein werden als freche, vorlaute Wesen dargestellt, die sich ihr Chaos zu nütze machen. Die Kinder sind während des Lesens aufgefordert, die Geißlein in ihren unterschiedlichen Verstecken zu suchen. Manchmal helfen sie dem Wolf, manchmal sind sie ihm im Weg, jedenfalls ist ihre Laune nicht zu trüben. Selbst als der Wolf sie endlich alle beisammen hat und seine Strafpredigt beginnt, scheinen sie unbeeindruckt. Diese selbstbewussten Kinder lassen sich so schnell nichts sagen und dienen gleichzeitig als Identifikationsfiguren für die kleinen Leser, sich nicht von den zeternden Erwachsenen aus der Ruhe bringen zu lassen. Mama Geiß trumpft so gar nicht ladylike als muskelbepackte Supermama, die den Wolf im Nacken packt. In dieser Geschichte ist einfach alles verquer.

Als pädagogisches Angebot würde ich diese Geschichte das Märchen „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ der Gebrüder Grimm gegenüberstellen. Dazu würde ich am Anfang die Woche mit dem klassischen Grimm-Märchen beginnen und unsere Eindrücke auf unterschiedliche Art und Weise verarbeiten (Rollenspiel/ Kreativ/ Musikalisch). Am Ende der Woche würde ich „Die verflixten sieben Geißlein“ einführen. Zuerst betrachten wir den Buchumschlag. Was sehen wir da? Wie geht denn diese Geschichte los? Warum sieht der Wolf so komisch aus? Und die Geißlein scheinen sich gar nicht zu fürchten… komisch. Wir erarbeiten uns das Bilderbuch im Dialog. Gespannt erwarte ich die Reaktionen der Kinder.

„Die verflixten sieben Geißlein“ wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Ach, und übrigens: Ich bin nicht mit dem Autor verwandt.

 

Die verflixten sieben Geißlein
Autor und Illustrator: Sebastian Meschenmoser
Thienemann-Esslinger Verlag, 2017
Ab 4 Jahre
32 Seiten
ISBN: 978-3-522-45857-3

Blick ins Buch

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