Echte Bären fürchten sich nicht

Inhalt

Nachts als alle schlafen, fürchtet sich der Kleinste der Bären vor Monstern. Aus diesem Grund beschließt Papa Bär eine Nachtwanderung durch den Wald zu unternehmen, um allen zu zeigen, dass es so etwas wie Monster nicht gibt. Die ganze Familie macht sich auf den Weg, erschrickt über die Geräusche eines Rehs, oder das Hüpfen eines Froschs. Papa Bär wiederholt: „Kein Monster in Sicht! Und außerdem Bären, die fürchten sich nicht.“ Nach und nach verlieren Papa Bär und der kleinste Bär die anderen drei Familienmitglieder, die in Zweigen hängen bleiben oder im Matsch feststecken. Als Papa Bär realisiert, dass der Rest der Familie verschwunden ist und außerdem drei komische Gestalten voller Schmutz und Zweigen auftauchen, ist er sich seiner Sache mit den Monstern doch nicht mehr ganz so sicher…

Bewertung

Die etwas komplexe Geschichte von der Bärenfamilie ist ein wunderbares Beispiel einer unterhaltsamen Erzählung, die ihren Höhepunkt hat, als der Leser erkennen muss, dass der mutige Papa Bär sich auch fürchten kann. Das Oberhaupt der Familie möchte die Angst des Kleinen austreiben, indem er ihm beweist, dass sich Bären vor nichts fürchten müssen. Letztendlich ist Angst aber kein rationales Gefühl, dass man so einfach austreiben kann. Wie gut, dass auch er am Ende seine Schwäche eingestehen muss.
Die Geschichte ist von Paul Maar in Reimform verfasst und kann somit gut zur Sprachförderung genutzt werden. Der Satz: „Kein Monster in Sicht! Und außerdem Bären, die fürchten sich nicht.“ wird stetig wiederholt, an dieser Stelle kann man die Kinder einladen, selbst mitzusprechen und sie so ins Geschehen einbeziehen.
Ausserdem hat Paula Metcalf detailreiche Illustrationen geschaffen, bei der sich die einzelnen Bären und die anderen Tiere deutlich voneinander abheben. Die Farbwahl und die Art und Weise, wie die Bären gezeichnet sind, wirken sehr ansprechend. Der nächtliche Wald wirkt düster, aber nicht furchteinflössend. Ein tolles unterhaltsames Buch für das Kindergartenalter!

Pädagogisches Angebot

Das Bilderbuch von der Bärenfamilie lässt sich durch die Geräuschkulisse „Wald“ und die Tiere, die sie immer wieder erschrecken, gut mit einer Klanggeschichte verbinden. Hierfür würde ich mit 5 – 10 Kindern mit musikalischer und literarischer Vorerfahrung arbeiten. Die Kinder kennen die Geschichte schon aus Vorlesesituationen. In der Mitte steht ein Korb voll mit Instrumenten, der anfangs noch mit einem Tuch abgedeckt ist. Zuerst wiederholen wir die Geschichte, danach dürfen die Kinder das Tuch lüften und frei experimentieren. Nach etwa drei Minuten unterbreche ich sie, um mit ihnen über Geräusche im Wald zu sprechen und ihnen die Aufgabe zu geben, die vorhandenen Instrumente auf „Waldgeräusche“ zu prüfen. Was hört sich an, wie ein brechender Zweig? Wie könnten wir raschelnde Sträucher darstellen? Was könnte man noch hören, wenn man im Wald unterwegs ist? Anschließend würde ich den Tieren, welche den Weg der Bärenfamilie kreuzen, jeweils ein Instrument zuordnen. Wieder geht die Frage an die Kinder: Wie hört es sich an, wenn der Frosch einen Satz macht?   Die wiederkehrende Stelle: „Kein Monster in Sicht! Und außerdem Bären, die fürchten sich nicht.“, würde ich mit einem Rhythmusinstrument (Block/ Klangstäben) untermalen. Die Bärenschritte können wir leicht mit unseren eigenen Füßen nachmachen, so sind die Kinder jederzeit in die Geschichte eingebunden. Die Klangaktivität würde so eine Mischung aus „Gehen wir heut auf Löwenjagd“ und der Bilderbuchgeschichte werden. Alle Kinder sind eingebunden und ihre Aktivität wird nicht nur auf einen Einsatz reduziert. Meine Feinziele hierbei sind, dass die Kinder die Geschichte durch Klang erfahren, den Umgang mit Percussion-Instrumenten vertiefen und Klänge mit Waldgeräuschen assoziieren.

 

Echte Bären fürchten sich nicht Bilderbuch

Echte Bären fürchten sich nicht
Autor: Elizabeth Dale
Illustration: Paula Metcalf
Übersetzer: Paul Maar
Oetinger, 2018
32 Seiten
ISBN 978-3-7891-0887-7

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