Ein Museumstag

Inhalt

Eine Kindergruppe geht ins Museum. Ach halt, zuerst brauchen sie die Eintrittskarte. Dann geht es los. Was es da alles zu entdecken gibt: Portraits, die ganz ernst schauen, leckeres Essen, verschiedene Engel. Die Kinder kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Allerdings sind nicht nur die Bilder spannend. Auch die Betrachter*innen fallen den Kindern ins Auge. Manche schauen aus, wie die Damen und Herren auf den Bildern.
Huch, nun hat die Protagonistin ihre Gruppe verloren. Wo diese wohl zu finden ist? Schnell schaut sie um die nächste Ecke. Ein Glück, da sind ja alle. Am Ende dieses spannenden Ausflugstages kommen alle mit auf das Foto.

Bewertung

Genau wie bei „Ein Strandtag“ bemüht sich Vessela Nikolova erfolgreich eine breite und realistische Gesellschaft abzubilden. Im Museum lässt sie viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen, die sich durch die große Sammlung begeben. In diesem Bilderbuch durfte sich die Illustratorin bei den großen Künstler*innen der letzten Jahrhunderte bedienen. Wir sehen eine Skulptur, die Michelangelos David sehr ähnlich sieht, zahlreiche Portraits, aber auch Puten und Stillleben. Den Kindern kommt in diesem Museum einiges unter.
Diese Vielfalt hilft pädagogisch mit dem Buch zu arbeiten. Zum einen lässt es sich natürlich nutzen, um die Kinder auf den Besuch im Museum vorzubereiten. Wenn wir ankommen, zeigen wir ein Ticket, dann schließen wir die Wertsachen ein, jeder geht nochmal auf die Toilette, dann geht es los…
Weiter kann man aber auch ein Thema aus dem Bilderbuch aufgreifen, beispielsweise: Wie wurde Essen in der Kunst dargestellt? Welches Essen wurde am liebsten dargestellt? Unterscheidet es sich vom Essen, was wir für gewöhnlich auf den Tellern haben etc.
Mit ähnlichen Fragen können wir uns den Portraits, oder Engeln in der Kunst nähern und sie uns genauer anschauen. Das Bilderbuch macht Lust mal wieder ein Museum zu besuchen und gleichzeitig weckt es die Neugierde an unterschiedlichen Kunstwerken.
Die einzige kleine Kritik wäre, dass das Buch vor allem die Werke älter als 1900 zeigt, also die moderne Kunst ein wenig zu kurz kommt. Das ist dahingehend schade, dass gerade die Formen und Farben von Miró, Kandinsky oder Picasso gerne mit Kindern betrachtet werden.

Pädagogische Vermittlung

Ein Museumbesuch steht an. Zwei Tage vorher betrachten wir gemeinsam das Bilderbuch. Wir sammeln: Was wird uns auf dem Ausflug erwarten? Was brauchen wir für unseren Ausflug? Gibt es Regeln, an die wir uns im Museum halten möchten? Welche Art von Museum besuchen wir? Sieht es da ähnlich aus? Ich würde das Bilderbuch gerne als Einstieg nutzen, um mit den Kindern über unseren Ausflug, ihre bisherigen Erfahrungen im Museum und den Hin- und Rückweg zu sprechen.
Tatsächlich gehen Eltern immer seltener mit ihren (Klein-)Kindern ins Museum, dabei sind es nicht nur die Bilder, sondern vor allem auch die großzügigen Räumlichkeiten und die häufig ästhetische Architektur, die Kinder beeindruckt.
Oftmals gibt es in den größeren Städten bestimmte Tage an denen der Eintritt nur 1€ kostet. Gerade diese Tage lassen sich als Eltern gut nutzen, um mit seinen Kindern reinzuschauen und ihnen einen kurzen Einblick zu vermitteln.
Für Kindergarten- und Schulklassen ist der Eintritt ohnehin oft umsonst. Viele Museen verfügen über eine Museumpädagogin, die sich mit den Kindern auf einzelne Exponate konzentriert und eine Aktivität zur Vertiefung mitbringt.
Aber auch Pädagoginnen können sich eigene Fragestellungen aussuchen. Vielleicht konzentrieren wir uns auf eine bestimmte Farbe? Was wird mit dieser dargestellt? Wie oft kommt sie vor?
Wir können auch nach Tieren suchen oder über abstrakte Kunst philosophieren. Wie geht es uns, wenn wir ein bestimmtes Bild sehen? Jeder kann sich einen Titel überlegen…

Einführung in kulturelle Aktivitäten

Obwohl viele Museen ihre Tore explizit für Kinder öffnen, sind sich Eltern oft unsicher, ob das Museum das Interesse der Kinder bedient. Das ist sehr schade. Denn Kinder sind von einer natürlichen Neugier angetrieben. Tatsächlich kommt es vor, dass Kinder die großen Treppen und weiten Räume mindestens genauso spannend finden, wie die Exponate, aber das macht nichts. Es geht darum sich gemeinsam mit einem Thema auseinanderzusetzen, auch wenn es sich nur um ein paar wenige Ausstellungsstücke handelt bis die Konzentration nachlässt. Die Kinder sollen mit einem positiven Gefühl hinausgehen, so öffnen sich neue Erfahrungsräume, die die Kinder später selbst erobern können.

Ein Museumstag
Autorin: Susanna Mattiangeli
Illustratorin : Vessela Nikolova
Übersetzerin: Lucia Zamolo
Bohem, 2021
ISBN: 978-3-95939-099-6
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag

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