Endlich Schule!

Inhalt

Lena liegt mit ihren Spielfiguren Leo, dem Stofflöwen, Klaus Teddy und Annabella Klimperauge auf der Picknickdecke. Plötzlich sitzt sie auf und erklärt den Dreien, dass sie ab morgen nicht mehr so viel Zeit haben wird, denn dann beginnt die Schule. Lena erklärt ihnen, wie wichtig es ist Schreiben, Lesen und Rechnen zu lernen und springt davon ihren Schulranzen zu packen. Die drei Spielzeugtiere belächeln sie. Nur Klaus Teddy sorgt sich um seine Spielkameradin. Am nächsten Morgen werden sie von Angst gepackt, Lena möchte anscheinend wirklich groß werden. Sie beschließen etwas dagegen zu unternehmen, doch was? Als sie am nächsten Tag in die Schule eingeladen werden, erleben sie eine Überraschung…

Bewertung

Jutta Richter ist mit ihrer Erzählung von den drei Spielzeugfiguren, die sich vor dem Schuleintritt ihrer Puppenmama Lena fürchten ein Perspektivenwechsel geglückt, der jedem Bald-Schulkind überlässt, welche Rolle es genau einnehmen möchte. Manchmal wird es sich wie die mutige Lena fühlen, die genau weiß, warum lesen, schreiben und rechnen lernen so wichtig ist, manchmal vielleicht auch wie Klaus Teddy, der nicht weiß, was ihn erwartet. Die Erzählung bietet vielfältige Möglichkeiten zur Identifikation, Leo Löwe verdrängt das Problem, während Annabella Klimperauge mit Trotz reagiert. In der Schule erwartet sie dann vor allem eine sehr nette Lehrerin, die es schafft durch die Nähe zur Lebenswelt ihrer Schüler-innen eine Brücke zu schlagen und Ängste abzubauen.
Leonard Erlbruch illustriert gewohnt farbenfroh und liebevoll und wechselt oft in die Perspektive der drei kleinen Spielfiguren, was die Ängste und die Überforderung hervorragend unterstreicht. Bemerkenswert finde ich auch, die dargestellte Vielfalt in der Klasse, die unkommentiert wirkt. Ein gelungenes Werk für alle Kinder, die mit gemischten Gefühlen ihrem ersten Schultag entgegenblicken.

Pädagogische Vermittlung

Dieses Bilderbuch lese ich mit den Vorschülern. Sie dürfen ihre Lieblingsspielzeuge aus den Ecken holen und in den Kreis bringen. Nachdem wir das Bilderbuch gelesen haben, diskutieren wir: Was ist wenn wir in die Schule kommen? Sind wir zu groß, um mit unseren Lieblingssachen zu spielen? Lernen wir den ganzen Tag schreiben und rechnen? Wie stellen wir uns die Schule vor? Die Kinder, die ältere Geschwister haben, dürfen berichten, was sie von ihnen gehört haben. Ich verspreche mir davon, dass in der Gruppe einige Fragen geklärt werden, die ansonsten vielleicht unausgesprochen bleiben.

Immer wieder erlebe ich es, dass pädagogische Fachkräfte oder Eltern offen Befürchtungen äußern, die ein Bild der Strenge und Disziplin zeichnen. Auch wenn unsere Schulen noch individueller auf die Leistungen Einzelner eingehen könnten, sind die Anforderungen an die Erstklässler nicht zum Fürchten. Daher hoffe ich, dass wir bald das Bild von zu strengen Lehrer_innen abschütteln können und die Freude am Lernen in den Vordergrund stellen. Aus diesem Grund ist auch der Titel „ENDLICH SCHULE!“ sehr gut gewählt!

Endlich Schule!
Autorin: Jutta Richter
Illustrator: Leonard Erlbruch
Carl Hanser Verlag, 2018
ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-446-25901-0
Leseprobe

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