Kalle und Elsa – Ein Sommerabenteuer

Inhalt

Kalle und Elsa verbringen den Tag mit Elsas Eltern am Strand. Kaum angekommen, beginnt das phantasievolle Spiel. Sie heben ein riesiges Loch aus, um eine Falle für die See- und Strandungeheuer zu stellen. Als die Ungeheuer jedoch auf sich warten lassen, beschließen sie lieber als Piraten in See zu stechen. Richtige Seeräuber brauchen eine Burg und so beginnen sie, diese zu bauen. Auweia!  – da kommt ein Riesekrake! Als Elsa mutig verteidigt, passiert es: Sie trifft Kalle mit der Schaufel am Auge. Das tut weh und Kalle beginnt zu weinen. Gut, das der liebe Seehund gleich zur Stelle ist, um ihn zu trösten und Elsa zur Rede zu stellen. Doch die rennt schnell weg und versteckt sich zwischen den Steinen. Nur ihr Rücken ist zu sehen und der, findet Kalle, sieht ziemlich traurig aus. Plötzlich wird sie von einer Muschel gebissen und benötigt auch die Unterstützung des lieben Seelöwen. Gemeinsam kuscheln sich die beiden Freunde an das große Tier. Nanu, was ist denn da in ihre Falle gegangen? Schnell stürmen die beiden dorthin, doch es ist immer noch kein Ungeheuer in Sicht, nur Elsas Papa, der die beiden  Abenteurer zum Picknick ruft. Bei leckerem Essen fällt es dann Elsa auch leichter, sich bei Kalle für den Treffer mit der Schaufel zu entschuldigen.

Bilderbuch Kalle und Elsa

Bild: Bohem Verlag, 2018

Bewertung

Auch Kalle und Elsas zweites Abenteuer am Strand zeichnet sich durch das phantasievolle Spiel der beiden Hauptcharaktere aus. Die beiden Kinder, ihrem Alter entsprechend, verfremden und phantasieren, um so ganz in ihrem Rollenspiel aufzugehen. Dabei übernimmt Elsa den wilderen Charakter, während Kalle sich von einer sanfteren Seite zeigt. Das wird bei dem Konflikt deutlich, den die beiden altersgemäß austragen. Elsa fällt es schwer, sich bei ihrem Freund für die Verletzung zu entschuldigen. Daher rennt sie weg und versucht durch den Biss der Muschel, ihre eigenen Schuldgefühle zu überspielen. Das hat Kalle aber längst durchschaut und unterstützt seine Freundin, in dem er ihr Spiel weiterentwickelt und sie tröstet.

Wie auch im Vorgänger „Kalle und Elsa“ lassen die Eltern den beiden Kindern viel Freiraum. Diesen brauchen sie auch, um so ein phantastisch wildes Spiel zu entwickeln und zu lernen, selbstständig mit ihren Gefühlen umzugehen. Der Konflikt wird daher auch von den beiden Kindern gelöst, die sich zur Unterstützung einen mütterlichen Seehund erfinden.

Jesús Verona hat in seinen Illustrationen sehr darauf geachtet, die Stereotype aufzuheben. So hat Elsas Mama eine angenehm, weibliche Figur und Elsas Papa scheint eher zierlich gebaut. Auch Elsa und Kalle tragen die Farben, die sie gern haben. So springt Elsa in grün-weiß gestreiften Badehosen herum, während Kalle sich in pink-weißen sehr wohlfühlt.
Fazit: Auch das Sommerabenteuer von Kalle und Elsa zeigt, wie Diversität in Bilderbüchern aussieht.

Bilderbuch Kalle und Elsa

Bild: Bohem Verlag, 2018

Pädagogische Vermittlung

Das Bilderbuch eignet sich sehr gut zur dialogischen Bilderbuchbetrachtung. Die Kinder können anhand der Bilder die Geschichte nacherzählen. Diese Art des gemeinsamen Erzählens lässt Raum für den Bezug zur Lebenswelt der kleinen Leser. War denn schon einmal jemand am Strand? Was habt ihr da gemacht? Wen würdet ihr gerne in die Falle locken? Habt ihr schon mal jemandem aus Versehen wehgetan? Wie fühlt man sich dann? Die Kinder werden zum Erzählen ihrer eigenen Erlebnisse angeregt. Sie vergleichen ihre Erfahrungen mit denen von Kalle und Elsa. Gleichzeitig können sie ihr (Frei-)Spiel durch ähnliche Abenteuer wie Kalle und Elsa erweitern. Erwachsene aufgepasst! – vielleicht gibt es in nächster Zeit ein paar Fallenbauer_innen mehr!

Den Artikel zum ersten Band von Kalle und Elsa findet ihr hier.

 

Kalle und Elsa – Ein Sommerabenteuer
Autorin: Jenny Westin Verona
Illustrator: Jesús Verona
Aus dem Schwedischen von Karl-Axel Daude
Bohem Verlag, 2018
Ab 3 Jahren
32 Seiten
ISBN 978-3-95939-066-8

 

 

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