Oma Kuckuck – ein Bilderbuch über Demenz

Inhalt

Die Ich – Erzählerin beschreibt ihren Nachmittag bei ihrer schrägen Oma. Gemeinsam haben sie eine Menge Spaß und kochen Vanillesuppe mit Himbeeren. Ihre Oma hat eine Vorliebe für schräge Vögel und Künstlerinnen, Regeln und Rezepte interessieren sie nicht. Nach der Mittagsruhe wird das Memory ausgepackt. Zu den aufgedeckten Kärtchen müssen sich die beiden Spielerinnen Geschichten ausdenken, heute gewinnt die Enkelin, denn der Oma fallen keine Geschichten mehr ein. Als die Mutter der Ich – Erzählerin kommt, erkennt die Oma sie plötzlich nicht mehr. Sie kommt durcheinander und zeigt sich wütend und frustriert. Zu allem Überfluss kocht auch noch die Vanillesuppe über. Die Eltern entscheiden sich, die alte Dame in ein Heim zu geben, in dem sie besser aufgehoben ist.

Bewertung

Frauke Angel schreibt in einer frechen Sprache, die sehr gut zur unkonventionellen Oma passt. So ist die Stimmung in der Geschichte zunächst einmal sehr fröhlich. Die Oma wirkt natürlich alt, aber das Krankheitsbild wird nicht ersichtlich. Der Bruch kommt, als die Mutter erscheint. Die Gesichter der Protagonisten werden ernst und die Oma, die lustig und keck aussah, wirkt zerbrechlich und klein. Die starke Bildsprache transportiert die Traurigkeit der Familie, die mit ihren Gefühlen und der Situation umgehen muss. Die Sprache passt sich den Bildern an, die Eltern versuchen eine Lösung zu finden und die Enkelin, kann durch ihre ruhige Art und ihre gute Beziehung dazu beitragen, dass die Oma einwilligt mit ins Heim zu gehen. Die Geschichte wird positiv abgeschlossen, mit einem Blick in die Senioreneinrichtung, die hell und freundlich wirkt und in der sogar eine bekannte Kuckucksuhr an der Wand hängt.
„Oma Kuckuck“ schafft es die Sorgen, Nöte und die Trauer aller Familienmitglieder aufzugreifen und die Leser*innen an diesem kurzen Ausschnitt in ihrem Leben teilhaben zu lassen.
Ein gelungenes Bilderbuch, um „Demenz“ zu thematisieren.

Pädagogische Vermittlung

Dieses Bilderbuch werde ich erst einmal unkommentiert anbieten. Wer interessiert sich wohl für die Geschichte? Wir lesen sie gemeinsam und sprechen über die Gefühle von der Ich – Erzählerin, ihrer Oma und ihren Eltern. Wichtig ist es hier, Fragen der Kinder zu beantworten und zu verdeutlichen, dass nicht jede Oma so krank wird und das Vergesslichkeit nicht dasselbe ist, wie Demenz. Je nachdem, wie die Kinder die Geschichte aufnehmen und wie befriedigend unsere gemeinsamen Überlegungen sind, informiere ich die Eltern und zeige ihnen das Bilderbuch. So können sie sich auf Fragen der Kinder einstellen und werden nicht mit der Thematik überrumpelt.

Ein weiteres Bilderbuch zum Thema Demenz ist „Opa Rainer weiß nicht mehr“.

Oma Kuckuck
Autorin: Frauke Angel
Illustratorin : Stephanie Brittnacher
Edition Pastorplatz, 2020
ISBN: 978-3-943833-39-3
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag

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