Baby ist da

Inhalt

Toni hat ein Geschwisterchen bekommen, das freut sie zunächst sehr. Papa und Mama sind nämlich sehr glücklich. Leider hat Mama nicht mehr so viel Zeit für sie. Sie möchte Eisenbahn spielen und Bilderbuch anschauen, aber Mama stillt oder tröstet das Baby. Als Oma und Opa vorbeikommen, gehen sie mit dem Baby spazieren. Mama und Papa bauen mit Toni eine Sandburg. Danach hat Toni das Baby doch wieder lieb. Kurz. Denn als Mama mit Baby daliegt, zerreißt sie aus Wut kurzerhand ihr Bilderbuch. Wie gut das auch Papa das Baby in den Schlaf wiegen kann und Mama das Buch wieder repariert. „Gute Nacht Baby, schlaf gut!“

Bewertung

„Baby ist da“ ist das sympathischste Bilderbuch, über Familienzuwachs seit langem! Wir bekommen Einblick in eine Familie, die gerade ihr zweites Kind bekommen hat. Die Wohnung ist nicht blitzblank, sie ist unordentlich. Die Mama sieht nicht aus, wie ein kleines, hübsches Energiebündel, sondern eher, als hätte sie einen Marathon hinter sich. Zurecht! Dieses Bilderbuch zeigt uns eine perfekte Familie und nimmt allen Eltern, die ihr zweites Kind erwarten, vorweg, dass sie nicht perfekt sein müssen. Der Fokus ist: Wie finden wir uns als Familie? Was funktioniert für uns? Welche Bedürfnisse gibt es? Papa, Mama, Toni und Baby versuchen einen Weg zu finden, der für alle passt. Toni zeigt ihren Frust, indem sie den Wolf bemalt und ihr Buch zerreißt. Papa und Mama reagieren, indem sie auf ihre sozialen Ressourcen zurückgreifen. Sie laden die Großeltern ein, damit sie das Baby im Kinderwagen spazieren fahren, während Toni die Aufmerksamkeit von beiden Eltern bekommt.
Die Leser*innen bekommen einen ehrlichen, realitätsnahen Einblick in diese Findungsphase. Für Kinder, die ihr zweites Geschwisterchen erwarten, kann ein solches Bilderbuch eine gute Vorbereitung sein, um sich auf die Situation einzustellen und genau wie Toni, auch negativen Gefühlen Luft zu schaffen.
Im Nachwort beschreiben die beiden Autorinnen diese Findungsphase und geben Tipps für die werdenden Eltern, das ist meiner Ansicht nach überflüssig, da die Geschichte für sich spricht.
Günther Jakobs begleitet die Geschichte mit kräftigen Farben und sehr detailreich. Im elterlichen Chaos gibt es so einiges zu entdecken. Sehr gelungen finde ich, das darauf geachtet wurde eine vielfältige Gesellschaft abzubilden, die im digitalen Zeitalter angekommen ist.

Pädagogische Vermittlung

Wenn Kinder einen Übergang zu meistern haben, in diesem Fall, der Übergang vom Einzelkind zum großen Geschwisterchen, sollte man sehr sensibel auf die Gefühle und Interessen der Kinder eingehen. Manche Kinder wollen nicht mit der neuen Situation konfrontiert werden, während andere sich offen und selig auf das neue Familienmitglied freuen. Wie Kinder nach der Geburt eines Geschwisterchens reagieren, lässt sich nur sehr schwer voraussagen. Gleichzeitig zeigt die unmittelbare Reaktion nicht, wie das Verhältnis der Geschwister in ein paar Jahren sein wird. Ich rate Eltern, verschiedene Bilderbücher zum Thema anzubieten und abzuwarten, ob das Kind Interesse an den Bilderbüchern zeigt. Wenn sich das Kind von den Bildern angesprochen fühlt, kann man das Bilderbuch erstmal gemeinsam anschauen und dann auch gemeinsam die Geschichte lesen.

Ein weiteres Bilderbuch zum Thema neues Geschwisterchen ist „Leni, Schwein und der Andere“.

Baby ist da
Autorinnen: Danielle Graf und Katja Seide
Illustrator: Günther Jakobs
Beltz und Gelberg, 2020
ISBN: 978-3-407-75808-8
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag

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