Gute Nacht, Gorilla!

Gute Nacht Gorilla

Inhalt

Der Zoowärter beginnt seine letzte Runde und wünscht dem Gorilla eine gute Nacht. Dieser stibitzt ihm unbemerkt den Käfigschlüssel aus der Hostentasche. Als der Zoowärter sich beim Elefanten verabschiedet, hat er seinen Verfolger, der hinter ihm den Elefantenkäfig öffnet, noch nicht bemerkt. Nacheinander und begleitet von einer kleinen Maus, befreit der Gorilla den Elefanten, den Löwen, die Giraffe, die Hyäne und das Gürteltier. Alle Tiere folgen dem verschlafenen Wärter unbemerkt nach Hause ins Schlafzimmer. Dort machen sie es sich gemütlich. Erst als die Frau des Zoowärters auf ihr „Gute Nacht“ sieben Antworten bekommt, fällt auf, dass sie nicht zu zwei sind. Sie nimmt den Gorilla bei der Hand und macht sich mit der Tierkarawane auf den Rückweg. „Gute Nacht, Zoo!“ sagt sie, als sie durch den Torbogen nach Hause läuft. Hinter ihr, ganz unbemerkt Gorilla und Maus, die sich sogleich mit ins Bett kuscheln.

Bild: Peggy Rathmann/Moritz Verlag

Bewertung

„Gute Nacht, Gorilla“ ist ein Bilderbuch für die Kleinsten, das sich durch die einfach aneinandergereihte Erzählstruktur auszeichnet. Nacheinander lässt der Gorilla ein Tier nach dem anderen aus dem Käfig. Bis sie alle gemeinsam im Schlafzimmer des Zoowärters ankommen, wo sie sich von der Frau entdeckt, wieder auf den Rückweg machen. Die Geschichte ist sehr einfach nachzuvollziehen, da sich die Handlung (das Öffnen des Käfigs) ständig wiederholt. Gleichzeitig verfügt das Bilderbuch natürlich noch über einen besonderen Witz, als die Frau den „Fehler“ des Mannes wiederholt und sich Gorilla und Maus mit ins gemeinsame Bett schleichen.
Die Konturen der kontrastreichen und farbigen Illustrationen sind deutlich erkennbar und so sprechen die bunten Bilder auch schon die kleinsten Leser an. Es gibt viele Tiere und Dinge zu benennen, was zum gemeinsamen Lesevergnügen sowie zur Wortschatzerweiterung und Sprachförderung beiträgt.
Zoogegner mögen dieser durchweg positiven Geschichte wenig abgewinnen, da der verschlafene Zoowärter, dessen Frau und alle Tiere zu jeder Zeit sehr zufrieden dreinschauen. Meiner Ansicht nach, darf man Kindern im Kleinkindalter diese heile Welt (noch) gönnen.

Bild: Peggy Rathmann/Moritz Verlag

Pädagogisches Angebot

Für Krippenkinder (1.5 – 3 Jahre) würde ich diese schöne Geschichte als Klanggeschichte ausarbeiten. Das Angebot findet mit höchstens vier Kindern statt. Wir lassen die Schritte der Tiere auf der Trommel hörbar werden. Hierfür bekommt jedes Kind eine kleine Handtrommel. Das Bilderbuch sowie die Handtrommeln sind bereits bekannt. Der Geschichte geht eine kurze Experimentierphase voraus, bei der die Kinder einfach wild trommeln, beziehungsweise die Instrumente ausprobieren und erfahren dürfen. Dann spiele ich ein Glöckchen und bitte die Kinder aufzuhören und die Trommel vor sich zu platzieren. Leise schleicht erst nur der Gorilla mit, wir lassen zwei Finger über die Trommel laufen. Dann kommt der Elefant, der trampelt ganz schön, wir spielen die Trommel mit Fäusten, „Aber nicht ganz so laut Elefant! Der Zoowärter darf nichts merken.“, wir spielen etwas leiser. Nacheinander laufen alle Tiere mit. Während ich lese und die Kinder spielen, spreche ich sie direkt an und frage nach, welches Tier gerade gespielt wird, gehe auf die Geschwindigkeit ein („Theo, welches Tier spielst du? Das läuft aber ganz schön schnell!“) und mache sie auf mein Trommeln aufmerksam: „Schaut, ich bin das kleine Mäuslein. Könnt ihr das auch? Ganz leise?“. „Und jetzt: Pssst!“ Die Tiere sind im Schlafzimmer angekommen und suchen sich ein kuscheliges Plätzchen. „Gute Nacht“, sagt die Frau vom Zoowärter. Was sagen die Tiere? Wir trampeln mit den Trommeln wieder zurück. Nur Gorilla und Mäusschen schaffen es ganz leise bis ins Schlafzimmer. Wichtig ist bei diesem Angebot, durch Mimik, Gestik und Sprache immer wieder die Aufmerksamkeit auf das Geschehen zu lenken. Meine Feinziele sind hierbei Klangerfahrungen zu sammeln, die Parameter „Laut“ und „Leise“ zu unterscheiden und Klänge mit Abbildungen zu verbinden.

Für Kindergartenkinder (3 – 6 Jahre) würde ich das Bilderbuch gerne als kleines Theaterstück aufbereiten. Es hat wenig Text und die Kinder können die unterschiedlichen Tiere einfach nachspielen. So bekommen auch Kinder einen Zugang, welche die deutsche Sprache noch nicht so gut beherrschen, oder sich noch nicht trauen vor der Gruppe zu sprechen.

 

Gute Nacht GorillaGute Nacht, Gorilla!
Autorin und Illustratorin: Peggy Rathmann
Moritz Verlag, 2016
ab 2 Jahren
ISBN: 9783895653254

 

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