Letzte Runde Geisterstunde

Voller Enthusiasmus habe ich die Gelegenheit genutzt „Letzte Runde Geisterstunde“ mit meinen Kita-Kindern zu betrachten. Diese waren, soviel kann ich jetzt schon sagen, sehr begeistert von Nadia Buddes bunter Geisterwelt. Angesteckt von dieser Begeisterung und nach näherer Beschäftigung muss ich sagen, dass ich mich der Einschätzung der Kinder nur anschließen kann.

Inhalt

Der Gruselspaß bietet Einblicke in eine fröhliche Geisterwelt. Viele verschiedene Geister treiben hier ihr Unwesen, fahren Bus, zeigen Judogriffe oder schuften in der Geisterbahn. Es kann nur darüber spekuliert werden woher Erdgeister, Poltergeister und Co kommen. Klar ist, dass es immer mehr werden und, dass sie von den drei Geistermeistern vertrieben werden können. Doch, ob diese dass überhaupt wollen? Schließlich kann man mit den gruseligen Gesellen auch ziemlich viel Spaß haben.

Bewertung

Zum Herbst gehören Kürbisgeister, Fledermäuse, Nebel und seit einiger Zeit auch Halloween einfach dazu und somit sind Geister und Schauergestalten schon längst in der kindlichen Lebenswelt angekommen. Buddes Buch bietet eine Gelegenheit diese Thematik auf eine kindgerechte, „entgruselte“ Art und Weise aufzugreifen und zu thematisieren. Denn wann sprechen wir schon ausführlich mit Kindern über Geister? Durch die farbenfrohe Darstellung der Geister und die Gliederung in verschiedene Teile regt das Buch an, eigene Überlegungen und Gedanken zu äußern. Zuerst werden diverse Geisterarten vorgestellt und benannt. Stellt sich nur die Frage, woher sie überhaupt kommen? Daraufhin folgen verschiedene Mutmaßungen, die genug Raum für eigene Interpretationen lassen. Es werden auch die Geistermeister vorgestellt:  Drei Kinder, welche die Geister in Gute und Böse einteilen und letztere bei Bedarf einsperren.  Zum Schluss zeigen sie, dass man Geister leicht vertreiben kann, aber wollen sie das auch? Schließlich bringen sie eine Menge Spaß!  Nadja Budde stellt die Geisterwelt in bunten Bildern und Reimen dar. Die Ziffern, die auf jeder Seite gefunden werden können, laden dazu ein die Geister auf jeder Seite zu zählen. Das Bilderbuch bietet uns Erwachsenen die Gelegenheit uns mit Kindern über Geister auszutauschen. Außerdem können wir Angst und den Umgang mit Dingen, die uns fürchten thematisieren.

Bilderbuchbetrachtung

Ich habe dieses Buch mit mehreren kleinen Kindergruppen (3 – 6 Jahre) betrachtet, denn schon bei der ersten Vorstellung des Buches haben die Reaktionen der Kinder deutlich gemacht, dass von der Thematik eine gewissen Faszination ausgeht („Uh! Ein Geisterbuch!“).

Die Bilderbuchbetrachtung findet in einem Sitzkreis statt, damit alle die Bilder gut sehen können. Da das Buch viele Sprechanlässe liefert würde ich es mit einer möglichst kleinen Kindergruppe lesen (max. 5 Kinder),  so haben alle die Möglichkeit sich zu beteiligen. Jüngere Kinder schauen sich gerne die Bilder an, ältere Kinder (3,5 / 4  Jahre) können ihre Gedanken schon besser äußern und die Thematik verstehen. Zuerst gehe ich auf Aussagen der Kinder ein z. B. sein „Ich habe Angst!“, „Die schauen lustig aus!“ oder „Ich habe schon mal echte Gespenster gesehen!“. Besonders wenn Kinder anwesend sind, die ängstlich sind ist es mir wichtig die Frage zu klären „Gibt es Geister wirklich?“ und zu betonen, dass sie dieses Bilderbuch nicht verlassen.

Die entspannte Betrachtung kann starten:
Ich lese die einzelnen Seiten vor, lasse aber vor dem Umblättern die Bilder auf die Kinder wirken. Erfahrungsgemäß beginnen die Kinder selbst zu erzählen, was ihnen auf den Seiten auffällt und ich greife dies Aussagen auf und bespreche sie mit den Kindern. Folgende Impulsfragen können bei Bedarf gestellt werden:

  • Wie sehen die Geister aus?
  • Hast du schon so einen Geist gesehen?
  • Was für Geister könnte es noch geben?
  • Kannst du eine Zahl auf der Seite entdecken?
  • Wie viele Geister siehst du auf der Seite

Weitere Fragen, die über die Bilder hinausgehen und die Kinder zu kreativem Denken anregen könnten Folgende sein:

  • Woher kommen Geister?
  • Was machen Geister bei den Menschen?
  • Wie können Geister vertrieben werden?
  • Gibt es nette oder lustige Geister?

Die Theorien der Kinder greife ich auf und bespreche sie. Es ist faszinierend was für einfallsreiche Ideen die Kinder haben („Wir können singen, dann hauen die Geister ab!“).

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es sich lohnt das Buch mehrmals zu betrachten. Die Kinder entdecken immer weitere Details, haben Freude daran die Reime zu beenden oder mitzusprechen und es kann thematisch jedes Mal ein anderer Schwerpunkt gesetzt werden.

Letzte Runde Geisterstunde
Autorin und Illustratorin: Nadja Budde
Verlag Antje Kunstmann, 2020
ISBN: 978-3-95614-363-2
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag

Nach ihrem Studium (B. A. Kindheitspädagogik) ist Anja nach München gezogen. Hier arbeitet sie seit nun schon neun Jahren in einer Kita mit offenem Konzept und vielen kleinen Menschen im Alter von 1 – 6 Jahren. Bücher haben Anja schon immer fasziniert, deshalb ist es für sie selbstverständlich sie in ihren Arbeitsalltag zu integrieren und ihre Begeisterung für das Lesen weiterzugeben.

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