Sternenstaub

Loewe, 2019

Inhalt

„Du bist mein Stern“ sagen Mama und Papa zur großen Schwester, dabei möchte die Kleine doch auch unbedingt ein Stern sein. Als nach einem Kostümwettbewerb schon wieder die große Schwester im Mittelpunkt steht, setzt sich die Erzählerin frustriert in die Wiese. Da kommt ihr Opa und erklärt ihr, die Entstehung der Welt. Nach einer Explosion und einer Menge Sternenstaub, ist unsere Umwelt entstanden, Tiere und Menschen, große und kleine Schwestern. Letztendlich sind wir alle aus Sternenstaub und jeder glänzt auf seine Weise.

Bewertung

Das Bilderbuch erzählt uns eine Alltagsgeschichte: Das Mädchen ist eifersüchtig auf seine große Schwester, die scheinbar alles besser kann. Gleichzeitig wird eine sehr schöne Opa-Enkel Beziehung aufgezeigt. Der Opa tritt hier als feste Bezugsperson auf, der seine Enkelin achtsam und liebevoll auf ihrem Weg bestärkt.
Das Mädchen kann die tröstenden Worte annehmen und in ihr Tun und Handeln umwandeln, wird sie doch später gar zur Astronautin, die den Weltraum erforscht.
In der Geschichte zur Entstehung der Welt werden unterschiedliche Schwesternpaare dargestellt, sie haben tragen unterschiedliche Kleidung, haben unterschiedliche Hautfarben und manche von ihnen haben eine Behinderung. Diese Darstellung von Vielfalt im Bilderbuch finde ich wahnsinnig schön, da sie zur Geschichte nichts beiträgt, aber dennoch mithilft, alle Menschen anzusprechen, die in der gleichen Situation sein können.

Pädagogische Vermittlung

Dieses pädagogische Angebot würde ich gezielt für 5 -7 große oder kleine Schwestern anbieten.

Einstieg: Wir lassen den Redestein umgehen: Wie geht es euch mit euren Geschwistern? Was ist schön daran eine Schwester / einen Bruder zu haben? Wann nervt es, eine Schwester/ einen Bruder zu haben?

Hauptteil: Wir lesen gemeinsam das Bilderbuch „Sternenstaub“.

Schluss: Das Mädchen in der Geschichte hat begriffen, dass sie genau so gut ist, wie sie ist. Gemeinsam gestalten wir nun ein ähnliches Erdkugelbild, wie in der Mitte des Buches: Auf der Erdhalbkugel sind die unterschiedlichen Schwesternpaare abgebildet. Ich nehme eine alte Weltkarte her, die ich im ähnlichen Format ausgeschnitten und auf einen Fotokarton geklebt habe. Die Schwestern malen sich, mit ihrer Schwester, vielleicht bei ihrem Lieblingsspiel, oder auf dem Fahrrad – ganz frei. Wir kleben die einzelnen Portraits auf die Karte auf und stellen diese, gemeinsam mit dem Bilderbuch im Flur auf.

Thema Familie im Bilderbuch

Im Oktober wollen wir unser Augenmerk auf das Thema Familie richten. Wie setzen sich Familien zusammen? Wer gehört zur Familie und welche Bezugspersonen können noch einen Herzensplatz einnehmen? Welche Rollen haben die Kinder in den Familien? Fühlen sie sich untergeordnet? Werden sie wahrgenommen? Geben sie den Ton an?
Immer öfter werden in Bilderbüchern auch neue Familienformen gezeichnet, die das traditionelle Bild von „Vater, Mutter, Kind“ ergänzen. Auf dem Blog stellen einige Bücher, ausschließlich eine Mutter oder Vater – Kind – Interaktion dar. Die Autor*innen haben offengelassen, ob es sich um Alleinerziehende handelt, oder das Bilderbuch nur einen kleinen Ausschnitt des Tages zeigt.
In Kindertagesstätten wird das Thema „Familie“ auch immer wieder neu ausgehandelt und hat aufgrund des unmittelbaren Lebensweltbezugs zurecht einen hohen Stellenwert.
In den kommenden Wochen findet ihr hier auf dem Blog also unterschiedliche Bilderbücher, Projektideen und Fachbücher, die euch dabei unterstützen, den Bezug zur Lebenswelt herzustellen, Identifikationsfiguren anzubieten und verschiedene Familienmodelle aufzugreifen.

Sternenstaub
Autorin: Jeanne Willis
Illustratorin: Briony May Smith
Übersetzer_in: Nadine Mannchen
Loewe, 2019
ISBN: 978-3-7432-0374-7
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag

Weitere Bilderbücher in denen es um Geschwisterbeziehungen geht sind „Lilly gehört dazu!„, „Blödes Bild!“ oder „Das Walrass„.

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