Warum? fragt Frau Blum

„Die Welt ist voller Rätsel. Warum gehen wir nicht los und fragen nach Antworten?“ Eines Morgens verfolgt Frau Blum ein Gedanke: Sie fragt sich, warum sie jemals aufgehört hat „Warum“ zu fragen und erinnert sich an die Zeit, als sie noch klein war und als kleines Mädchen, aufgeweckt und neugierig die Welt um sich herum erkundet hat. Sie entschließt sich, das Fragen wieder aufzunehmen und sucht sich einen tierischen Freund im Tierheim, um gemeinsam mit ihm „Warum“ zu fragen. Der neugierige kleine Hund, der wissen möchte, was sich hinter dem Zaun versteckt, scheint genau der richtige Begleiter zu sein. Warum geht die Farbe der Blumen bei Regen nicht ab? Wie kann aus einer kleinen Nuss ein riesiger Baum entstehen? Die beiden erkunden gemeinsam die Welt und entwickeln viele Fragen, ohne je die Antworten zu erhalten. Irgendwann ist Frau Blum vom vielen Fragen müde und ruht sich auf einer Bank aus. Da beobachtet sie einen Jungen, der sich mit seiner Warum-Frage an seine Mama wendet „Warum wird der Sand schwer, wenn ich Wasser dazumische?“, doch die Mama ist gerade in ein Gespräch vertieft, daher antwortet Frau Blum an ihrer Stelle, wird dem Antworten nicht müde und schlägt vor, sich morgen wiederzusehen, um das Frage-und-Antwortspiel weiterzuführen. „Aber was machen wir, wenn ich keine Antworten auf deine Fragen weiß?“ fragt der Junge. Frau Blum beruhigt ihn und verspricht gemeinsam mit ihm auf die Suche nach Antworten zu gehen.„Weil die Welt so viele Geheimnisse hat, dass man gar nicht genug fragen kann. Egal wie groß oder klein man ist.“

Barbara van den Speulhof hat eine Geschichte verfasst, die nicht nur Kinder ermutigt nachzufragen. Die farbigen Buntstift-Illustrationen von Annette Swoboda betonen Frau Blums Eigenheit und zeichnen eine detailreiche Welt, in der Realität und Fiktion teilweise verschwimmen. Die schrille Hauptfigur Frau Blum besticht dabei mit ansteckender Neugier und ihrem frohen Mut. Sie geht voller Optimismus auf die Menschen und Tiere in ihrer Umgebung zu und lässt sich nicht leicht unterkriegen, selbst als sie keine Antworten oder gar Unverständnis auf ihre scheinbar unwichtigen Fragen erhält. Als sie auf den Jungen trifft, der des Fragens noch nicht müde wurde, begegnet sie ihm mit Verständnis und Geduld. Sie beantwortet jede seiner Fragen, bis sie von der ungeduldigen Mama unterbrochen werden.
Hier sehe ich einen kurzen Appell für Mamas/ Papas aber auch Pädagoginnen, Zuwendung und Geduld aufzubringen und den Entdeckergeist der Kinder zu unterstützen. Kind sein heißt, die Zeit zu haben, mit großen staunenden Augen durch die Welt zu spazieren. Mitmachen lohnt sich bestimmt.
Für die Kinder ist die Botschaft dieses Buches: Alle Fragen sind erlaubt, die Welt ist voller Ungereimtheiten, denen man auf den Grund gehen kann. Behaltet eure Neugierde und hört nie damit auf!
Schade finde ich, dass viele der Fragen einen naturwissenschaftlichen Hintergrund haben und Frau Blum nach fertigen Antworten sucht. Ich hätte mir eine Mischung aus philosophischen und naturwissenschaftlichen Fragen gewünscht und eine Frau Blum, die versucht sie selbstständig zu beantworten. Ich ermuntere die Kinder gerne eigenständig und kritisch Nachzudenken und ihre eigenen Erklärungen abzuwägen, diese Fähigkeit kann sie später persönlich und beruflich weiterbringen.

Im pädagogischen Angebot mit den Kindern würde ich Fragen und Antworten sammeln. Beginnen würden wir mit drei Fragen von Frau Blum: „Warum sind Erdbeeren rot?“, „Warum läuft die Farbe nicht aus den Blumen, wenn es draufregnet?“ und „Warum können eigentlich Fische schon schwimmen, wenn sie auf die Welt kommen?“ Diese Fragen würden wir gemeinsam bearbeiten, mal sehen welche Erklärungen die Kinder sich dazu ausdenken. In einem weiteren Angebot würde ich einen „Blum-Spaziergang“ machen. Während wir durch ein Waldstück oder einen Park spazieren, spreche ich die Kinder abwechselnd mit „Herr/ Frau Blum haben sie eine Frage?“ an. Die Kinder sollen sich überlegen, für welche Gegebenheiten sie noch keine Antwort kennen. „Warum sind Blätter grün?“ „Warum ziehen Wolken?“ – Fragen ist Übungssache, ich bin gespannt, welche Fragen und Erklärungen die Kinder entwickeln werden.
Die Angebote würde ich vor allem mit „Warum“ – Kindern durchführen. Kinder erreichen diese Phase zwischen 3,5 und 8 Jahren und sollten in ihrem Fragen ermutigt, motiviert und zum eigenen Nachdenken angeregt werden.
Passend zum Buch finde ich außerdem das Lied „Wer? wie? was?“ von der Sesamstrasse, das bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt ist.

 

Warum fragt Frau BlumWarum?, fragt Frau Blum
Autorin: Barbara van den Speulhof
Illustration: Annette Swoboda
FISCHER Sauerländer, 2017
ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-7373-5386-1

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