Der beste Babysitter bin ich

Inhalt

Der Ich – Erzähler erklärt uns seine Sicht der Dinge: Er ist der beste Babysitter. Ganze fünf Jahre alt, möchte er den sechs Monate alten Jungen seiner Nachbarinnen hüten. Blöd nur, dass sie es ihm scheinbar nicht zutrauen, aber sie würden es schon noch merken. Sein Geschwisterwunsch, den er bei seinen Eltern sehr deutlich geäußert hat, wurde noch nicht erfüllt. Aus diesem Grund klingelt er jeden Tag im ersten Stock um mit Bruno zu spielen, mit ihm zu baden oder zu schaukeln. „Ring ring“

Bewertung

Dieses sympathische Werk von Johanna von Horn erläutert sehr treffend, wie selbst-bezogen die Welt der Fünfjährigen ist. Der oder die Ich-Erzähler/in möchte gerne ein Geschwisterchen haben, da dieses anscheinend noch nicht in Sicht ist, nimmt das Kind mit Nachbar Bruno vorlieb.
Aus diesem Grund klingelt das Kind beinahe täglich bei den beiden Mamas und versucht ihnen zu helfen. Die Illustrationen zeigen sehr treffend, dass diese Hilfe sehr nett gemeint ist, durchaus liebevoll gespielt und gebadet wird, aber das Kind gleichzeitig doch besser unter Beobachtung stehen sollte.
Spannend ist, dass die Lesenden die Köpfe der Mamas kaum zu Gesicht bekommen, da das Kind und sein Freund Bruno im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Gleichzeitig bekommt man dennoch das Gefühl, dass sie diesen unerwarteten Babysitter wohlwollend bei sich aufnehmen. Nebensächlich aber schön: Die Nachbarsfamilien wohnen in einem Hochhaus – dies kommt in Bilderbüchern nicht allzu oft vor.
Die collagenartigen Zeichnungen von Charlotte Ramel sind sehr teilweise szenisch im Comicstil aufgebaut und immer wieder blitzen alte Fotografien im Bild auf: Mal ist es der Blumenstrauß, mal die Autos vorm Hochhaus – ein spannender Stil, bei dem ich öfter zweimal hinschauen musste.

Pädagogische Vermittlung

Angebot mit 5 – 7 Kindern

Einstieg: Wir sitzen um eine Mitte, in dieser Mitte liegen typische Babysachen: Eine Windel, ein Fläschchen, ein kleiner Body etc.
Wir betrachten die Dinge und sprechen über Babys. Was können Babys, was brauchen Babys, was kann man mit Babys machen, etc.

Hauptteil: Wir lesen „Der beste Babysitter bin ich!“

Schluss: Ob wir auch so gute Babysitter wären? Was würdet ihr als Babysitter gerne machen? (Füttern, Windeln wechseln, spielen…) Jedes Kind – das Lust hat – darf aus einem Foto seinen Kopf ausschneiden. Körper und Baby malen die Kinder selbst dazu, in einer Aktivität ihrer Wahl.
Das Plakat hängen wir aus mit der Überschrift: „Babysitter gesucht?“, das Bilderbuch platziere ich zur Anschauung daneben.

Weitere Bilderbücher mit Regenbogenfamilien sind „Hallo, Teckel Tom!„, „Luzie Libero“ und „Sam besucht Oma und Omi in Großbritannien“.

Thema: Familie im Bilderbuch

Im Oktober wollen wir unser Augenmerk auf das Thema Familie richten. Wie setzen sich Familien zusammen? Wer gehört zur Familie und welche Bezugspersonen können noch einen Herzensplatz einnehmen? Welche Rollen haben die Kinder in den Familien? Fühlen sie sich untergeordnet? Werden sie wahrgenommen? Geben sie den Ton an?
Immer öfter werden in Bilderbüchern auch neue Familienformen gezeichnet, die das traditionelle Bild von „Vater, Mutter, Kind“ ergänzen. Auf dem Blog stellen einige Bücher, ausschließlich eine Mutter oder Vater – Kind – Interaktion dar. Die Autor*innen haben offengelassen, ob es sich um Alleinerziehende handelt, oder das Bilderbuch nur einen kleinen Ausschnitt des Tages zeigt.
In Kindertagesstätten wird das Thema „Familie“ auch immer wieder neu ausgehandelt und hat aufgrund des unmittelbaren Lebensweltbezugs zurecht einen hohen Stellenwert.
In den kommenden Wochen findet ihr hier auf dem Blog also unterschiedliche Bilderbücher, Projektideen und Fachbücher, die euch dabei unterstützen, den Bezug zur Lebenswelt herzustellen, Identifikationsfiguren anzubieten und verschiedene Familienmodelle aufzugreifen.

Der beste Babysitter bin ich
Autorin: Johanna von Horn
Illustratorin: Charlotte Ramel
Beltz und Gelberg, 2021
ISBN: 978-3-407-75839-2
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag

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