Flaschenpost für Ferdinand

Inhalt

Alice lebt mit ihrer Großmutter in der Stadt. Sie haben eine enge Beziehung und Alice ist ein fröhliches Schweinchen, nur manchmal wünscht sie sich einen Freund oder eine Freundin. Kurzerhand schickt sie eine Flaschenpost los, die prompt Ferdinand erreicht. Der Sohn eines Leuchtturmwärters antwortet und eine spannende Brieffreundschaft entsteht. Als die Großmutter plötzlich stirbt, kommt Alice bei einer Bekannten der Oma unter. Traurig über den großen Verlust, hört sie auf zu schreiben und braucht ein ganzes Jahr, um die neue Situation zu verarbeiten. Eines Tages entdeckt die Bekannte, Mademoiselle Clemént, im Kleiderschrank die Briefe und hört von der Freundschaft. Kurzerhand beschließen sie Ferdinand einen Besuch abzustatten… was der wohl sagt?

Bewertung

„Flaschenpost für Ferdinand“ bringt mehrere spannende Aspekte mit sich. Zunächst zu der Geschichte, die sich um eine zarte Freundschaft und die Höhen und Tiefen des Lebens dreht. Die kräftigen Farben und zarten Konturen begleiten die Geschichte, die uns aus der urbanen Umwelt Alices durch das Meer zu Ferdinands Leuchtturm führt.
Die Freundschaft wird jäh unterbrochen, als Alice um ihre Großmutter trauert. Der Tod wird nicht benannt „Eines Tages war Alices Großmutter dann auf einmal nicht mehr da“. Die daraufhin beschriebene Zeit der Trauer, in der Alice nichts mehr Spaß macht, ist sehr eindrücklich dargestellt. Text und Bild unterstützen sich gegenseitig. Spannend finde ich, dass der Tod der Großmutter hier in der Nebenrolle fungieren darf – eigentlich geht es um eine Brieffreundschaft – das passiert in einem Bilderbuch eher selten. Der Grund ist wahrscheinlich, dass viele Erwachsene das Gefühl prägt, dass sie den Tod dann auch explizit thematisieren müssen. Das ist aber nicht wahr. Die Kinder wissen längst Bescheid.
Der Haupterzählstrang handelt von einem Mädchen, dass sich eine*n Freund*in wünscht und dieses Ziel selbstwirksam durch das aussenden einer Flaschenpost erreicht. Ferdinand stellt sich als Junge heraus, der gerne Listen schreibt und Meerjungfrauen malt – so schön klischeefrei! Der Junge und das Mädchen schreiben sich fortan kurze Briefe. Briefe, die den kleinen Leser*innen zeigen, wie praktisch es ist, die Kulturtechnik des Schreibens zu erlernen. Als dritten Aspekt möchte ich noch auf die Reise der Flaschenpost eingehen, die von unterschiedlichen Tieren über Unterwasser und Luftwege auf wundersame Weise ihren Weg macht und zwischen den beiden hin und herpendelt – märchenhaft schön und so viel zu entdecken!

Pädagogische Vermittlung

Dieses Bilderbuch eignet sich gut, um das Thema Post und Briefe einzuleiten. Einige Kinder freuen sich schon vor dem Beginn der Schule Briefe zu schreiben und auszutauschen. Diese Motivation sollte von den pädagogischen Fachkräften aufgegriffen und bestärkt werden: Briefe schreiben ist etwas Herrliches! Nach dem Lesen würde ich eine kleine Poststation bauen, an der man die Briefe aufgeben kann. Briefe können natürlich nicht nur geschrieben, sondern auch diktiert und gemalt werden, so können alle Kinder am Mini-Projekt teilhaben.

Ein weiteres Bilderbuch, in dem es um das Schreiben von Briefen geht ist: „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“.

Flaschenpost für Ferdinand
Autor: Gus Gordon
Übersetzerin: Gundula Müller-Wallraf
Knesebeck, 2021
ISBN: 978-3-95728-478-5
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag

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