Juju und Jojô

Ein Buch, das sich leicht mit eigenen Erfahrungen in Verbindung bringen und einen dennoch viel Neues kennenlernen lässt: Die Zwillingsschwestern Juju und Jojô leben in der Stadt, in einer Wohnung, in der es Insekten gibt, und sie sind unterwegs in überfüllten Bussen, in denen es heiss werden kann. Allerdings ist die Handlung hier in einer brasilianischen Grossstadt angesiedelt. Eymard Toledo schafft es, den Alltag der beiden Mädchen zwischen Busfahrten, Spielen im Treppenhaus und der Liebe zu und dem Ekel vor Insekten universell erfahrbar zu machen. Die Stärke dieses Bilderbuchs sind der grossartige Collagenstil und die Alltagsdarstellung fern von Stereotypen und Klischees. Das Leben in der Grossstadt wird nicht idealisiert, es erzählt auch von den Mühsalen. Etwa wenn die Mutter, wie viele andere Frauen, frühmorgens stundenlang Bus fahren muss, um den ganzen Tag zu schuften. Auch räumt Eymard Toledo mit der scheinbaren Trennung von Kultur und Natur auf: Die Bäume wachsen aus dem Asphalt und die Spinnen leben in der Wohnung. Urbanität ist geprägt von Natur und von Bauwut. Schliesslich erzählt die Autorin auch von der Gefährdung, der all die Insekten, die in unserem Alltag zu entdecken sind, ausgesetzt sind. Warum nicht, wie es Jojô vormacht, spielerisch Kontakt zu unseren natürlichen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern knüpfen?

Juju und Jojô
Eine Geschichte aus der Großstadt.
Autor und Illustrator: Eymard Toledo
Aus dem Portugiesischen von Michael Kegler
Baobab Books, Basel, 2019
ab 4 Jahren

Das Verzeichnis „Kolibri – Kulturelle Vielfalt in Kinder- und Jugendbüchern“ ist ein praktisches Hilfsmittel für Lehrkräfte, Bibliothekarinnen, Eltern und andere Vermittlungspersonen. Es werden Bücher, Hörbücher und Materialien für den Unterricht für alle Lesestufen vorgestellt.

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