Praxis: Philosophieren mit Erstklässlern anhand eines Bilderbuches

Ein Beitrag von Svenja Wendel

Kinder jeglichen Alters erforschen, entdecken und rätseln oft anhand des Wortes „Warum“. Sie versuchen damit, ihre eigene Welt und deren Gegebenheiten zu verstehen, zu erkunden und zu erklären. Auch im schulischen Alltag ist die Frage ein wesentlicher Bestandteil von kindlicher Neugier und Wissbegierde. Während des Unterrichts ermöglichte das Buch „Warum?, fragt Frau Blum“ das erste Nachdenken über die Welt mit Kindern. Als Basismaterial für das grosse Thema „Philosophieren“ habe ich mit den Schülerinnen und Schülern anhand dieses tollen Kinderbuches gearbeitet. Nebst den vielen vorgegebenen „Warum-Fragen“ des Buches sowie der schönen Zeichnungen, welche zum Nachdenken und Weiterfragen anregen, sollten die Kinder eigene Warum-Fragen erfinden. Fragen, deren Antworten man nicht einfach in einem Buch oder im Internet nachlesen kann.

„Warum?“ Dies ist in diesem Bilderbuch die zentrale Frage.

Warum? fragt Frau Blum

„Warum gibt es uns überhaupt?“ oder „Warum ist die Erde rund?“ sind nur zwei von vielen spannenden Fragen der Schulkinder. Die Fragen wurden auf jeweils einen Zettel notiert. Als morgendliches Ritual haben wir anschliessend stets eine dieser Fragen versucht zu beantworten. Wer etwas zu der gestellten Frage sagen wollte, musste sich den Erzählstein aus einer kleinen Schatzkiste in die Hand nehmen und konnte dann seine Gedanken äussern. Die anderen Kinder haben in der Zwischenzeit zugehört und durften zu einem späteren Zeitpunkt über die gesagten Aussagen diskutieren. Aus vielen Ursprungsfragen der Kinder sind weitere Fragestellungen entstanden. Alle Äusserungen  der Kinder habe ich unkommentiert im Raum stehen lassen, um ihnen während des Philosophierens keine „Falsch-Richtig-Kultur“ zu lehren. Alle Gedanken meiner Schülerinnen und Schüler zur Beantwortung der Fragen wurden nicht gewertet.

Mit Frau Blum und dem kleinen Hund haben die Schaffer des Buches sympathische und für die Kinder ansprechende Figuren entwickelt, welche viel Platz zum Nachdenken lassen. Das Bilderbuch hat zum Denken und Verstehen vieler offener Fragen angeregt und den Kindern ermöglicht in das philosophische Betrachten ihrer eigenen Welt einzutauchen.  

Mit den Schülerinnen und Schülern habe ich hinterher anhand des Buches „Ist 7 viel?“ von Antje Damm philosophiert. Ein spannendes Buch als Weiterführung einer philosophischen Reise in die Welt der Fragen und Antworten.


Svenja Wendel
Seit ihrem Abschluss an der Pädagogischen Hochschule der FHNW im Jahre 2010 arbeitet Svenja in der Gemeinde Allschwil als Lehrerin. Während den ersten drei Jahren arbeitete sie auf der Kindergartenstufe, danach wechselte sie in die Unterstufe und arbeitet seither als Primarlehrerin. Im Moment unterrichtet sie eine 2. Klasse. 

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