Wir bauen eine Hütte!

Inhalt

Häschen möchte eine Hütte bauen. Was für eine großartige Idee! Das finden auch die Freunde, die das Häschen nacheinander von seinem Vorhaben unterrichtet. Leider hört das Häschen nicht gut und versteht nicht was sie sagen. Der Fuchs, der Igel, das Eichhörnchen und die Maus versuchen ihren Zuspruch durch schöne Gesten zu untermauern. Dann laufen sie davon, um Dinge für die Hütte zu besorgen. Ratlos bleibt das Häschen allein zurück und fragt sich, was sie wohl meinten. Wie schön, dass sie alle wiederkommen und unterschiedliche Werkzeuge und Materialien beisteuern. Und wie der Bau gelingt, so sehr, dass sie abends alle erschöpft in der eigenen Höhle schnarchen. Wie gut, dass Häschen das nicht hören kann.

Bewertung

Das Bilderbuch „Wir bauen eine Hütte“ wurde von einer Autorin geschrieben, die mit schwerhörigen und tauben Kindern zu tun hat. Das Bilderbuch beschreibt ein Häschen, dass von seinen Freunden in seiner Eigenheit angenommen wird. Als es nicht versteht, überlegen sie sich andere Wege, ihm zu zeigen, dass sie das Häschen und seine Idee schätzen. Daher ist das es zwar verwirrt, ob der Tatsache, dass alle wieder davonlaufen, weiß sich aber gleichzeitig geliebt und angenommen.
Als Leser*innen fühlen wir mit dem Häschen, dessen Kommunikation so sehr erschwert ist. Dieses aufrichtige Mitgefühl ist genauso wichtig, wie die Handlungsmöglichkeiten der Protagonisten. Sie finden Wege mit ihrem Freund/ ihrer Freundin umzugehen. Es gibt nur wenige Bilderbücher, die sich dem Thema Behinderung von einer gemeinsamen Aktivität nähern. Oft wird das Kind mit Behinderung und sein Leben beschrieben. Diese Geschichte dreht sich um das Häschen, das andere von seiner Idee überzeugt eine Höhle zu bauen, dabei beeinträchtigt die Behinderung die Kommunikation und ist aus diesem Grund teil der Geschichte.
Gitte Spee hat die Geschichte mit lebendigen und farbenfrohen Bildern bereichert. Die Szenen in denen Fuchs, Igel, Maus und Eichhörnchen ihre Zuneigung ausdrücken, strahlen viel Wärme aus.

Bild: Moritz 2021, Gitte Spee

Pädagogische Vermittlung

Das Thema „Sinne“ wird in vielen Einrichtungen als Projekt durchgenommen. Dieses Bilderbuch zeigt auf, dass Menschen, die schlecht hören, nicht nur das Martinshorn oder Telefon abgeht, sondern auch den Alltag und die Kommunikation mit Freund*innen und geliebten Menschen erschwert. Umso schöner sich zu erinnern, was Gesten alles aussagen und das wir für diese nicht zwingend Sprache brauchen.
Im anschließenden Freispiel könnten wir Lärmschutzkopfhörer zum experimentieren anbieten, um die Situation des Häschens besser nachvollziehen zu können.
In weiteren Folgeangebot könnten wir außerdem über die Gebärdensprache sprechen und kleine schöne Gesten kennenlernen, hier findet ihr ein Video, dass uns „sich entschuldigen, sich bedanken und wie geht’s dir?“ in Gebärdensprache vorstellt.

Weitere Bilderbücher, in denen Kinder mit Behinderung vorkommen sind: „Lilly gehört dazu“ und „Das blaue Herz von Finn“.

Wir bauen eine Hütte!
Autorin: Bernadette Vermeij
Illustratorin: Gitte Spee
Übersetzer: Christian Golusda
Moritz Verlag, 2021
ISBN: 978 3 89565 406 0
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag

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