Wer das liest findet viele Freunde

Inhalt

Spannend so eine Flaschenpost, findet Dackel Daniel und fragt seinen Freund Arne Ackergaul, was darin wohl geschrieben steht. „Etwas mit Blumen“ vermutet dieser, weiß es aber nicht genau. Sie traben weiter zum boxenden Schafbock, der glaubt, dass es sich um die Einladung zu einem Boxturnier handele, ist sich aber auch nicht sicher. Sie fragen die Polarente und die Möwe um Rat. Daraufhin schwimmt Arne sogar bis zur Kekoinsel, um dort den alten Fischer zu fragen. Wer sie dort wohl erwartet?

Bewertung

Zunächst war ich nicht sehr überzeugt von der Geschichte: Die Namen klingen zu ausgedacht, der Mitmachvers zu konstruiert und die Tiere werden zu sehr vermenschlicht. Der Clou dieses Bilderbuchs ist die Auflösung: Ackergaul Arne und Daniel von Dachshund sind eigentlich kleine Spielfiguren, die von einem Mädchen bespielt werden. Sie hat sich auch die ulkige Geschichte ausgedacht und nutzt die kleinen Figuren, um sich auf der kleinen Insel, auf der es wohl sonst nicht so viel gibt, zu beschäftigen. Aus diesem Grund kann ich auch die Vermenschlichung der Tiere absolut entschuldigen – Sie findet eigentlich nur im Kopf des Kindes statt! Die Botschaft dahinter: Fantasie beflügelt! Wir brauchen nichts weiter als ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen, um uns lustige Geschichten auszudenken!
Trotz der schönen Auflösung, finde ich das Buch insgesamt sprachlich nicht so gelungen: Viele unnötige Vergleiche ziehen den Text in die Länge ohne zur Handlung beizutragen, oder Stimmung zu erzeugen.
Die Bilder hingegen erzählen die Geschichte beinahe alleine. Die ausdrucksstarken Figuren scheinen ratlos, wenn sie die Botschaft der Flaschenpost wiederholt zu entziffern versuchen, gehen ihre Mission aber voll Freude an und überwinden alle Hindernisse. Die Illustrationen erstrecken sich über die Doppelseiten und lassen uns immer am Geschehen teilhaben.

Pädagogische Vermittlung

Das Bilderbuch lässt sich sehr gut als dialogische Bilderbuchbetrachtung durchführen und lädt zur Perspektivenübernahme ein: Was glauben die Tiere wohl, was dort geschrieben steht? Erst wenn die Tiere auf das Mädchen treffen, brauchen die kleinen Leser*innen ein wenig Hilfe. Im Anschluss an die Bilderbuchbetrachtung würde ich das Buch auf unterschiedliche Weise vertiefen: Zum einen sehe ich die Möglichkeit gemeinsam mit den Kindern eine kleine Flaschenpost basteln und im nächst gelegenen Bach davonschwimmen lassen. Im Anschluss denken wir uns gemeinsam eine passende Geschichte aus. Wer sind nun die Finder der Flaschenpost und wer kann ihnen helfen, die Botschaft zu entschlüsseln?

Weitere Bilderbücher bei denen es um ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen als Stärke geht sind: „Adrian hat gar kein Pferd.“ oder „Albert will lesen“. Bilderbücher in denen das Lesen/ Schreiben lernen thematisiert wird sind „Der höchste Bücherberg der Welt“ oder „Die Geschichte vom Löwen der nicht schreiben konnte“.

Wer das liest, findet viele Freunde
Autorin: Hannu Hirvonen
Illustratorin: Lisa Rammensee
Übersetzerin: Marjaleena Lembcke
Bohem, 2020
ISBN: 978-3-95939-090-3
Details und erhältlich* bei: Thalia Genialokal Verlag



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